SFB 1266 - TransformationsDimensionen

G1: Zeitskalen des Wandels - Die Chronologie kultureller und ökologischer Transformationen


 

Grafik Chronologie
Abb. 1. Schematische Darstellung der Chronologie transformativer Prozesse im archäologischen Befund. Zeit ist auf der horizontalen Achse, Raum in der vertikalen Achse aufgetragen. Während des Transformationsprozesses löst ein Phänomen (Dreieck) ein anderes Phänomen (Kreis) ab, wobei die gleichzeitige Exsistenz möglich ist. Diese Prozesse unterscheiden sich im zeitlichen und räumlichen Verlauf voneinander.

Teilprojekt G1 ist konzipiert, um die Zusammenarbeit innerhalb des SFB 1266 bei chronologischen Problemen zu fördern und unterstützen, die Ideen über den Zeitpunkt und beginn, sowie das Tempo von Transformationen in der archäologischen oder paläoökologischen Daten zu testen. Unser Ziel ist es, Best-Practice Radiokohlenstoffdatierungen (14C) und Bayessche chronologische Modellierung auf verschiedene Transformationsszenarien anzuwenden und die Plausibilität der beobachteter Transformationen mit externen Ereignissen zu verknüpfen. Die Arbeit von G1 umfasst die Erstellung realistischer Simulationsmodelle, die Einbeziehung älterer 14C-Daten und relativer Datierungsbeschränkungen auf der Grundlage von Expertenbeobachtungen, aber auch die Auswahl neuer 14C-Proben und die Modellierung der dieser. In der Phase 1 des SFB 1266 war ein Hauptbestandteil der Arbeit von G1 die Validierung (oder Ablehnung) neuer oder veralteter 14C-Daten durch laborübergreifende Replikation, Qualitätssicherungsindikatoren und Sensitivitätsanalysen.

Angesichts der zunehmenden Betonung regionaler und diachroner Muster in Phase 2 wird sich G1 stärker darauf konzentrieren, die Verwendung von 14C-Altdaten zu verbessern und 14C-datierete Proxies für die Intensität der archäologisch sichtbaren menschlichen Aktivitäten zu erstellen, dies umfasst z.B. die Anzahl der zeitgleichen Häuser innerhalb einer Siedlung oder die Anzahl der zeitgleich genutzten Siedlungen innerhalb einer Region ("archäologische Zeitreihen"). Es ist eine zentrale methodische Herausforderung für mehrere Teilprojekte des SFB 1266, die "archäologische Zeitreihen" in Erklärungsmodellen von Transformationen zu verwenden. Bestehende Methoden zur Aggregation von archäologischen Daten und 14C-Ergebnissen neigen dazu, zeitliche Variationen in der Intensität der Aktivität zu verwischen und können falsche Fluktuationen suggerieren. Durch die Erstellung synthetischer 14C-Datensätze mit bekannten zugrundeliegenden zeitlichen Verteilungen und dem Zusatz von statistischen 'Rauschen' können wir zeigen, wie genau die beobachteten Fluktuationen aggregierter 14C-Altdaten von unterschiedlicher Qualität oder Relevanz für die fraglichen Phänomene die zugrundeliegenden Trends in der Aktivitätsintensität widerspiegeln.


 

Phase 2 - Forschungsaktivitäten 2020-2024

Phase 1 - Forschungsaktivitäten 2016-2020


 

MITARBEITENDE