SFB 1266 - TransformationsDimensionen

Cluster G: „Methodenentwicklung“

Grafik Cluster G

Cluster G ist in zwei Teilprojekte unterteilt, die in Fokus 4 eingebettet sind. Es unterstützt Anfragen, welche zeitliche Auflösungen und Muster sowie die Erforschung räumlicher Veränderungsmuster betreffen.

G1: Zeitskalen des Wandels - Die Chronologie kultureller und ökologischer Transformationen

G2: Geophysikalische Prospektionen, Klassifikation und Validation von Siedlungshinterlassenschaften in sich wandelnden Umgebungen

In den Teilprojekten von Cluster G werden moderne methodische Verfahren und technische Instrumente entwickelt, die im Zusammenhang mit der Erforschung räumlicher und zeitlicher Dimensionen von Transformation stehen.

Heutige technologische und computerbasierte Möglichkeiten, soziale Aspekte im Raum zu erfassen und aus archäologischer Perspektive zu betrachten, haben sich im Bereich der Geophysik durch methodische Entwicklungen signifikant verbessert. Ihre Anwendbarkeit in der Archäologie ist dynamisch und innovativ; in diesem Kontext bietet der SFB 1266 ein hervorragendes Umfeld für methodischen Fortschritt.

Geophysikalische Feldmessungen liefern räumliche Abbildungen von archäologischen Strukturen und Bodenschichten in Form von 2D bzw. 3D Verteilungen physikalischer Bodenparameter, zum Beispiel der Magnetisierung oder des spezifischen elektrischen Widerstands. Sie bilden die Basis für eine zerstörungsfreie quantitative Erfassung archäologischer Strukturen in ihrer räumlichen und zeitlichen Variation. Im Vordergrund steht dabei die Kalibrierung und methodische Integration geophysikalischer Messungen mit den Ergebnissen der archäologischen Ausgrabungen und Bohrungen. Dabei spielen zusätzliche Messungen in situ, das heißt auf Grabungsflächen oder in Bohrungen, und numerische Modellrechnungen eine zentrale Rolle, die ein geophysikalisches „ground truthing“ ermöglichen. Projekt G2 erforscht vergangene sozio-ökonomische Transformationen anhand qualitativer und quantitativer Veränderungen archäologischer Siedlungsstrukturen in Raum und Zeit.

Paläoökologische und archäologische Daten repräsentieren oft sequentielle Zeitreihen, die es ermöglichen, Auslöser oder Mechanismen von Transformation zu erkennen und zu verstehen.

Um zeitliche Trends sowie Korrelationen zwischen verschiedenen Zeitserien zu identifizieren und die Verlässlichkeit der Ergebnisse beurteilen zu können, müssen der erheblichen Signalkomplexität entsprechende Methoden entwickelt werden (G1). Diese zeitliche Dimension archäologischer Forschung gewann aktuell durch die Anwendung der Bayesischen Modellierung an Dynamik. Auch dies ist ein hochfortschrittlicher und innovativer Bereich der Methodenentwicklung, der durch die Einbindung von Zeitreihenanalysen gefördert wird. Innerhalb des SFB gewährleistet Projekt G1 konsistente methodische Anwendungen und hochqualitative Zeitreihenanalysen.

Als Ganzes bilden Projekt G1 und G2 das Grundgerüst für die Erforschung räumlicher und zeitlicher Skalen von Transformation im SFB 1266.