SFB 1266 - TransformationsDimensionen

Cluster F: „Sozio-ökologische Faktoren des Wandels“

Grafik Cluster F

In Cluster F sind fünf Teilprojekte vereint (F1-F5), die den inhaltlichen Schwerpunkt von Focus 3 bilden. Die einzelnen Projekte untersuchen spezifische Auslöser, Faktoren und Komponenten von Transformationsprozessen wie beispielsweise Klima, Demographie und Krankheit, Pflanzenökonomie oder Technologie und Innovation.

F1: Supra-regionale Krisen: Abrupter Klimawandel und Reaktionen (multi-kultureller) prähistorischer und archaischer Gesellschaften im westmediterranen Raum und in Südeuropa um 4200 vor heute

F2: Sozio-ökologische Transformationen und gegenseitige Abhängigkeiten

F3: Dynamik der Pflanzenökonomie in prähistorischen und archaischen Gesellschaften

F4: Infektiöse Erkrankungen in prähistorischen Populationen

F5: Die soziale Dimension technologischen Wandels

Cluster F konzentriert sich auf allgemeine und spezifische Abläufe von Transformationsprozessen in Schnittstellenbereichen zwischen Mensch und Umwelt.

In diesem Kontext wird „Umwelt“ als natürlicher Hintergrund kultureller Entwicklung verstanden, die liefernde oder beschränkende Quelle lebenswichtiger Ressourcen. Menschliche Gesellschaften werden im interaktiven Wirken mit der Umwelt als antreibende und empfangende Akteure gesehen. Diese Mensch-Umwelt-Beziehung ist charakterisiert von nichtlinearen Dynamiken, bestehend aus wechselnden Phasen von Stabilität und rapider Transformation. Bei der Rekonstruktion diese Wechselbeziehungen ist Ausmaß und Geschwindigkeit entsprechender Prozesse von signifikanter Bedeutung.

Die räumliche Skala wird durch lokale bis überregionale Phänomene Europas bestimmt, während die zeitliche Skala unterschiedliche Auflösungen betrachtet.

Die Projekte von Cluster F erschließen einzelne archäologische Merkmale sowie archäologische Fundstellen und Umweltarchive mit entsprechend vielfältigem Probenmaterial aus unterschiedlichen Regionen Europas. Die zeitliche Komponente beinhaltet verschiedene Zeitspannen menschlicher Existenz, von langfristigen Prozessen, die mehrere Generationen betrafen, über individuelle Lebenszeiten (z.B. Krankheit, Ernährung) bis hin zu einzelnen, kurzfristigen Ereignissen (z.B. abrupte Klimaereignisse). Die Untersuchungen der fünf Teilprojekte konzentrieren sich auf spezifische Parameter hinsichtlich räumlicher und zeitlicher Auflösung und gründen so das Fundament für die vergleichende und transdisziplinäre Forschungsstrategie des SFB. Neben der Identifizierung naturräumlicher und kultureller Transformationen werden mögliche Effekte gesellschaftlicher Anfälligkeit und Resilienz gegenüber externen sowie internen Störfaktoren diskutiert.

Hauptziele von Cluster F sind, 1. menschliches Wirken bei Umweltveränderungen zu rekonstruieren und zu quantifizieren (wie beispielsweise Ressourcennutzung, populationsübergreifende Krankheitsentwicklungen oder technologischer Wandel während sozio-kultureller Transformation) 2. Umweltveränderungen als mögliche Auslöser und Motivatoren kultureller Entwicklung zu rekonstruieren und quantifizieren und 3. wesentliche Antreiber und Grenzwerte im Kontext divergenter Muster von Anfälligkeit und Widerstandsfähigkeit ökologischer und sozio-kultureller Systeme zu identifizieren und interpretieren.

Basierend auf einer transdisziplinären Methodenstrategie wird Cluster F von der engen Zusammenarbeit mit den Fallstudien der Cluster B-E profitieren, die die Daten zu entscheidenden archäologisch fassbaren Transformationen liefern. Gleichzeitig gewinnt der inhaltliche Diskurs der Fallstudien durch die Ergebnisse der Projekte von Cluster F; die dort erarbeiteten Muster zu Transformationsprozessen können bei regionalen Szenarios angewendet werden.