SFB 1266 - TransformationsDimensionen

E3: Transformationen der Beziehungen zwischen Menschen und Landschaft zwischen dem 7. und 1. Jahrhundert v. Chr. im östlichen Mittelmeerraum



Das Teilprojekt E3 untersucht die Transformation der Wechselbeziehung zwischen Menschen und Landschaft von der Archaik bis zum Hellenismus (7. bis 1. Jh. v. Chr.) im östlichen Mittelmeerraum (insbesondere Griechenland, Unteritalien und Kleinasien). Während der Fokus bisher auf der Rolle von Architektur und anhand von auf ausgewählte hellenistische Heiligtümer bezogenen Fallstudien ihrer Beziehung zur Landschaft lag, soll in der zweiten Phase die Perspektive in Bezug auf (a) Raum und Zeit sowie (b) die theoretische Dimension erweitert werden, sowohl in emischer intrakultureller als auch in etischer extrakultureller Hinsicht.

Konkretes Ziel ist, die Konzeptualisierung, Manipulation und Formung von Landschaft mittels antiker theoretischer und speziell mathematischer Mittel zu untersuchen und dabei insbesondere Phänomene von Urbanität und Etablierung von Siedlungsplanung als Feld der Anwendung und Rahmensetzung für urbane Entwicklung einzubeziehen.

Das Ziel soll durch drei Arbeitspakete erreicht werden:

  1. Anhand der Veränderung der Relation von mathematischer Optik zur Performanz von Ritualen und konkret zwischen Zuschauer und Architektur wurde eine Transformation der griechischen Kultur von einer objektgetriebenen Kultur des Kollektiven zu einer subjektgetriebenen Kultur des Individuellen aufgezeigt. In der zweiten Phase des Projekts werden diese Einsichten durch eine Untersuchung einschließlich Edition, Übersetzung und Kommentar von Euklids Optik in ihren wissenschaftsgeschichtlichen, philosophischen, medizingeschichtlichen, literarischen und weiteren Kontexten vertieft. Insbesondere mathematikgeschichtlichen Fragen und der Edition der Diagramme soll besondere Aufmerksamkeit zuteilwerden.
  2. Mit einer Erforschung von Städtegründungen im Hellenismus von einer archäologischen Perspektive auf der Basis einer Sammlung von publizierten lokalen und regionalen Daten zu hellenistischen Städtegründungen im Gebiet der hellenistischen Königtümer aus allgemeiner Perspektive (Wandel von Designs, Zielen und Idealen) und mittels einschlägiger Fallstudien wird eine der prominentesten Bereiche von Mensch-Landschaft-Interaktion in der griechischen Kultur in den Fokus genommen werden, insbesondere in ihrer Dynamik und mit Blick auf die Rolle, die angewandte Geometrie und im Weiteren Mathematik in diesen Prozessen spielten.
  3. Eine interpretative Synthese der Ergebnisse der anderen beiden Arbeitspakete zielt auf deren Einbettung und Kontextualisierung in den großskaligen Transformationen der griechischen Welt insgesamt ab, insbesondere in der kulturellen, religiösen, politischen und sozialen Dimension.

 

Phase 2 - Forschungsaktivitäten 2020-2024

Phase 1 - Forschungsaktivitäten 2016-2020

Publikationen E3