SFB 1266 - TransformationsDimensionen

Das erste Jahrtausend stellt mit signifikanten Transformationsprozessen eine entscheidende Epoche Europas dar – der Übergang von prähistorischer zu historischer Zeit und der Wechsel von stammesähnlichen Systemen zu staatlichen Gesellschaften.

In Griechenland setzten diese Prozesse während des Dunklen Zeitalters (1200/1045-700 v. Chr.) ein, in Zentraleuropa markieren sie den Übergang von der Bronze- zur Eisenzeit (800 v. Chr.). Sie sind assoziiert mit Transformationen; dies war kein homogener oder gradliniger Verlauf, eher resultierten komplizierte und divers ablaufende Prozesse in die Entstehung vorstaatlicher und staatlicher Gesellschaften. Politische Entwicklungen zeugen von Veränderungen im sozialen Gefüge, zudem repräsentiert der betreffende Zeitraum einen Schlüsselmoment für Neuformierungen und Reorganisationen von Siedlungsmustern; entsprechende Bevölkerungsakkumulationen können je nach räumlicher und zeitlicher Verortung unterschiedliche Rollen gespielt haben. Um die Signifikanz dieser Parameter diskutieren zu können, müssen entsprechend komplexe Relationen nachvollzogen werden. Förderlich ist hier die Forschungsfrage, wie und ob zentrale oder/und urbane Bevölkerungsakkumulationen in die Entwicklung vorstaatlicher Gesellschaften involviert waren.

Die Teilprojekte von Cluster E untersuchen zwei signifikante „Stufen“ dieser Transformationsprozesse. Nach dem Ende der bronzezeitlichen Palastwirtschaft mit ihrem spezifischen sozialen und politischen Gefüge menschlicher Interaktion bildet das Dunkle Zeitalter Griechenlands die frühere Formierungsphase der antiken Polis (E1). In der östlichen Mittelmeerregion waren zwischen dem 6. und 2. Jh. v. Chr. staatliche Strukturen voll entwickelt und repräsentiert die spätere Formationsphase (E3).