SFB 1266 - TransformationsDimensionen

Der erhöhte Wert von Metallen, insbesondere von Kupfer und Bronze, verstärkte den supra-regionalen Austausch und führte zur Ausbildung von spezialisierten Berufsbildern und steigender Interdependenz zwischen und innerhalb der Gemeinschaften.

Die erhöhte Verfügbarkeit wertvoller, elaborierter und exotischer Güter, deren Gebrauch und öffentliche Präsentation förderte die Konsolidierung sozialer Rollen und Statuspositionen, materielle Abhängigkeiten und Austauschnetzwerke verfestigten sich. Das frühe 4. Jahrtausend zeugt von zeitweise eminenten Bevölkerungsakkumulationen in dichten Siedlungskonzentrationen nördlich des Schwarzen Meeres (D1). Die zentrale europäische Transformation vom Spät- zum Endneolithikum zwischen dem 4. Und 3. Jahrtausend wird traditionell als ein abrupter oder zumindest schneller Wandel beschrieben, einhergehend mit fundamentalen Veränderungen in Bereichen der sozialen Organisation, der Ökonomie, des rituellen Habitus und der kosmologischen Wahrnehmung. Um entsprechende Veränderungsprozesse zu fassen, werden neue Formen materieller Kultur, Begräbnisriten und die Abwesenheit großer Siedlungen als Proxies untersucht (D2). Diachron folgend stehen zwei signifikante bronzezeitliche Transitionen Nordeuropas im Fokus (D3), deren charakteristische Transformationsprozesse in materieller Kultur als auch in sozialen, ökonomischen und ideologischen Aspekten reflektiert werden (Früh- zur Mittelbronzezeit ca. 1600-1500 v. Chr. und der Beginn des Phänomens der Urnenfeldkultur ca.1300-1200 v. Chr.).