SFB 1266 - TransformationsDimensionen

Cluster D: „Frühe Agrarwirtschaft und erste Metallurgen“

Grafik Cluster D

Cluster D ist in drei Teilprojekte untergliedert (D1-D3). Die Fallstudien untersuchen Gesellschaften, die eine agrarische Subsistenz gemein hatten und sich durch deutliche soziale Hierarchien auszeichnen. Cluster D ist eingebettet in das Forschungsumfeld von Focus 2 „Transformationen sozioökonomischer Gebilde“.

D1: Bevölkerungskonzentrationen in Tripolye-Cucuteni Großsiedlungen

D2: Transformationen sozialer und ökonomischer Praxis im Gebiet der Deutschen Mittelgebirge während des 3. Jahrtausends v.u.Z.

D3: Die Bronzezeit in Nordmitteleuropa: Skalen der Transformation

Im Fokus von Cluster D stehen Gesellschaften, die agrarisch geprägte Wirtschaftsweisen und relativ komplex gestaltete Sozialstrukturen verbinden.

Institutionalisierte Hierarchien, Überschussproduktion und limitierter Zugang zu materiellen Gütern führten zu frühen Formen sozialer Ungleichheit. Diese Prozesse korrelieren mit der Ausschöpfung der natürlichen Ressourcen lokaler und regionaler Landschaften, die Zunahme von Siedlungsgrößen und die Entstehung ausdifferenzierter Siedlungssysteme. Die Einrichtung und Etablierung höherer sozialer Institutionen werden für die Regulierung von gesellschaftlicher Interaktion erforderlich. Für einige diese Gesellschaften sind vorstaatliche Großsiedlungen charakteristisch, andere organisieren sich in dispersen Strukturen, in denen einzelne zentrale Standorte archäologisch weniger sichtbar sind.

Der erhöhte Wert von Metallen, insbesondere von Kupfer und Bronze, verstärkte den supra-regionalen Austausch und führte zur Ausbildung von spezialisierten Berufsbildern und steigender Interdependenz zwischen und innerhalb der Gemeinschaften.

Die erhöhte Verfügbarkeit wertvoller, elaborierter und exotischer Güter, deren Gebrauch und öffentliche Präsentation förderte die Konsolidierung sozialer Rollen und Statuspositionen, materielle Abhängigkeiten und Austauschnetzwerke verfestigten sich. Das frühe 4. Jahrtausend zeugt von zeitweise eminenten Bevölkerungsakkumulationen in dichten Siedlungskonzentrationen nördlich des Schwarzen Meeres (D1). Die zentrale europäische Transformation vom Spät- zum Endneolithikum zwischen dem 4. Und 3. Jahrtausend wird traditionell als ein abrupter oder zumindest schneller Wandel beschrieben, einhergehend mit fundamentalen Veränderungen in Bereichen der sozialen Organisation, der Ökonomie, des rituellen Habitus und der kosmologischen Wahrnehmung. Um entsprechende Veränderungsprozesse zu fassen, werden neue Formen materieller Kultur, Begräbnisriten und die Abwesenheit großer Siedlungen als Proxies untersucht (D2). Diachron folgend stehen zwei signifikante bronzezeitliche Transitionen Nordeuropas im Fokus (D3), deren charakteristische Transformationsprozesse in materieller Kultur als auch in sozialen, ökonomischen und ideologischen Aspekten reflektiert werden (Früh- zur Mittelbronzezeit ca. 1600-1500 v. Chr. und der Beginn des Phänomens der Urnenfeldkultur ca.1300-1200 v. Chr.).