SFB 1266 - TransformationsDimensionen

In Cluster C wird die soziokulturelle Entwicklung der Gartenbauer in Norddeutschland und im nordöstlichen Karpartenbecken erforscht. Dabei beschäftigen sich beide Teilprojekte mit früher Sesshaftigkeit und den ersten Bevölkerungsakkumulationen in Dorfgem.

Mit der Etablierung der ersten Kulturlandschaften stellen neue Formen der Sesshaftigkeit eine der bedeutendsten Transformation menschlicher Geschichte dar. In den Zeitabschnitten nach der initialen Periode erfahren neolithische Gesellschaften transformative Prozesse unterschiedlichen Ausmaßes und Intensität. Seit dem Neolithikum führten Veränderungen der Vegetation zu Transformationen des Lebensraumes - ob als sekundäre Folge menschlichen Einwirkens oder als Folge gezielter baulicher Tätigkeiten (vom Weiler bis zum Dorf, von Einzelbestattungen bis zu Kollektivgräbern in großen Monumenten). Generell ist Sesshaftigkeit als Konzept breit gefächert und zeigt sich in hoher Variabilität; damit einhergehende Phänomene wie Siedlungskonzentrationen oder wachsende Siedlungs- und Bevölkerungsgrößen repräsentieren einige der signifikantesten Aspekte von Transformationen der Mensch-Umwelt-Beziehung. Diese Prozesse gehen mit veränderten Verhaltensweisen räumlicher Nutzung und substantieller Ökonomie einher und verweisen auf Modifikationen im sozialen Gefüge.

Um die sozialen und naturräumlichen Transformationen dieser mit Bevölkerungsakkumulationen verbundenen Prozesse zu verstehen, müssen umfassende Untersuchungen zu Landnutzung, Subsistenzstrategien, Bevölkerungsgrößen und –dichten sowie zu Mobilitätsmustern einbezogen werden.

Teilprojekt C1 wird sich anfänglich auf Transformationsprozesse jung- und spätneolithischer Gesellschaften zwischen den Nordfriesischen Inseln und westlichem Mecklenburg konzentrieren, später wird die Mesolithisch-Neolithische-Transition mehr in den Fokus gestellt (von Wildbeutern zur Landwirtschaft, von Einzelgräbern zu Kollektivgräber, Siedlungsverlagerungen von der Küste ins Inland). C2 untersucht die Prozesse von Bevölkerungsakkumulationen in frühen sesshaften Gesellschaften des nördlichen Karpartenbeckens und entwickelt Modelle zu Siedlungsdynamiken.