SFB 1266 - TransformationsDimensionen

Forschungsaktivitäten 2020-2024


C2: Die Dynamik von Siedlungskonzentration und Landnutzung in frühen sesshaften Gemeinschaften des Nordwestlichen Karpatenbeckens


 

Forschungsaktivitäten 2020

Nach dem vorläufigen Abschluss umfangreicher Ausgrabungen von LBK Siedlungen im Žitava-Tal, lag ein Schwerpunkt der Forschungsarbeiten 2020 in der Aufarbeitung, Zusammenführung und Auswertung des Datenmaterials. Eine zentrale Rolle kommt hierbei der monografischen Vorlage der Ausgrabungsergebnisse von Vráble-Veľké Lehemby (Furholt et al. 2020) zu, in der die Ergebnisse aller Forschungskooperationen, sowie der archäologischen Untersuchungen präsentiert sind. Im Zuge der Zusammenführung aller verfügbaren Daten konnte eine umfassende Rekonstruktion der sozio-politischen Entwicklungen während des Bestehens der neolithischen Siedlungen in Vráble vorgenommen werden, in der die individuellen und kollektiven Entscheidungen und Strategien der in Vráble versammelten sozialen Gruppen im Vordergrund stehen (Furholt et al. 2020; Wunderlich et al. 2020). Zudem konnten auch spezifische Teilaspekte, wie die Rekonstruktion der Subsistenzstrategien, bei denen unter anderem der Einsatz von Düngung im Feldbau wahrscheinlich gemacht werden konnte, eingehend beleuchtet werden (Gillis et al. 2020). Die Vorlage dieser Forschungsergebnisse in monographischer Form, sowie in Form von Veröffentlichungen in Fachzeitschriften, ermöglicht damit eine weitergehende Diskussion innerhalb der internationalen Forschungscommunity. 

Durch den Pandemie-bedingten Ausfall von geplanten Feldarbeiten entstanden umfassende Möglichkeiten, die begonnen Analyse- und Synthesearbeiten fortzuführen. So wird ein weiterer Schwerpunkt im Folgenden auf naturwissenschaftlichen und bioarchäologischen Untersuchungen liegen, welche in Teilen bereits während der ersten Projektphase wichtige Erkenntnisse geliefert haben. Einerseits sind hier aDNA Analysen von Bedeutung, die neben den in Vráble geborgenen Individuen weitere Vergleichsdatensätze aus der SW-Slowakei einbeziehen werden und zudem 14C-Datierungen und die Analyse stabiler Isotopen jedes Individuums umfassen. Des Weiteren werden zurzeit weitere Isotopenanalysen an Tierknochen, sowie Getreidekörnern vorgenommen. Die Probenentnahme, sowie die Abstimmung mit den entsprechenden kollaborierenden Laboren ist abgeschlossen, sodass die Ergebnisse zeitnah zu erwarten sind. Diese setzen die vielversprechende Arbeit fort, die bereits in der ersten Projektphase begonnen wurden und zur Identifikation eines spezifischen landwirtschaftlichen Systems der Düngung geführt haben.