SFB 1266 - TransformationsDimensionen

Feldarbeiten


29.07.2019

D3-Feldkampagne 2019: Ausgrabungen am bronzezeitlichen Fundort Dobbin

SFB1266 Bornhöved Grabungsfoto

Abb.1: Dokumentation eines Pfostenloches an einem Grabhügel in Bornhöved, Kr. Segeberg im Jahre 2018 (Foto S. Jagiolla).

Das Teilprojekt D3 startet neue archäologische und paläoumweltwissenschaftliche Untersuchungen an einem bereits bekannten Fundplatz in Mecklenburg-Vorpommern. Der Fundplatz Dobbin, Lkr. Ludwigslust-Parchim wurde bereits während einer Trassenuntersuchung im Jahre 2011 entdeckt und partiell ausgegraben. Er weist jungbronzezeitliches Material und interessante Siedlungsstrukturen auf, die auf eine weilerähnliche Ansiedlung schließen lassen. Ziel ist es, die angeschnittenen Hausgrundrisse zu vervollständigen, um den Verlauf der Siedlungsprozesse in dieser Region besser beschreiben zu können.

Mit dem benachbarten Pollenarchiv des Woseriner Sees ist es möglich, über die Umweltdaten die Landschaft zu rekonstruieren und mit dem Verlauf der lokalen Besiedlungsgeschichte zu vergleichen. Wie groß waren ihre Felder und Weideflächen und wie dicht war der Wald? Die zahlreichen Abfallgruben versprechen zudem reiches Fundmaterial, nicht nur für die Rekonstruktion der Alltagsgegenstände, sondern auch für weitere botanische Analysen, die Aufschluss über die Subsistenz und Ernährung in der Bronzezeit geben. In diesem zweiten Teil des Transekt bewegen wir uns von Schleswig-Holstein weiter nach Osten, um die unterschiedlichen Abläufe von Siedlungs- und Landschaftsprozessen während der Bronzezeit in Nordeuropa besser zu verstehen sowie die Transformationen in der Gesellschaft und Umwelt besser nachvollziehen zu können. Geländeprospektion und geophysikalische Surveys begleiten die Untersuchungen vor Ort.

Zeitraum: 07.-20.10.2019 und Frühjahr 2020

SFB1266 Bornhöved Grabungsfoto
Abb.2: Ausgrabungsmaterial bereit für die Arbeit (Foto S. Jagiolla).

SFB1266 Bornhöved Grabungsfoto
Abb.3: Besucher informieren sich über die Ausgrabungen im Jahr 2018 in Bornhöved, Kr. Segeberg (Foto S. Jagiolla).


17.07.2019

Ausgrabungen in der Mega-Site Stolnicieni im August 2019!

Keramikfunde aus Stolniceni 2017 (Foto: Sara Jagiolla, UFG)

Abb.: Keramikfunde aus Stolniceni 2017 (Foto: Sara Jagiolla, UFG)

Diesen Sommer finden seitens des  SFB 1266 Ausgrabungen in der moldawischen Großsiedlung Stolnicieni statt! Das D1 Team wird dabei interdisziplinär zusammen mit den moldawischen Projektpartnern in der Großsiedlung Hinterlassenschaften von Häusern und Wegesystemen ausgraben. Von besonderem Interesse sind drei mächtige Gruben, die zu drei unterschiedlich großen Häusern gehören (3950-3700 BCE). Aus den Hinterlassenschaften erhoffen wir uns Hinweise auf die Rolle, die unterschiedlich große Haushalte in Transformationsprozessen der Spät-Tripolye-Zeit spielten. Die Grabungen finden im August und September statt.

Zeitraum: August and September 2019


16.07.2019

Sondagegrabungen an spätneolithischen Fundorten in Parchim-Löddigsee des Teilprojektes C1 beginnen im August 2019

Blick auf die oberflächlich sichtbare Grabungsfläche aus den späten 1980er Jahren in Parchim-Löddigsee.

Abb.: Blick auf die oberflächlich sichtbare Grabungsfläche aus den späten 1980er Jahren in Parchim-Löddigsee.

Im August 2019 werden durch das Teilprojekt C1, neben den Ausgrabungen eines Brandgräberfeldes des 3. Jahrtausends bei Brunau in der Altmark, Kreis Salzwedel, Sondagegrabungen in Parchim-Löddigsee, Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt. Das Gebiet des Parchim-Löddigsee ist ein heute größtenteils verlandeter See, im späten Neolithikum hingegen eine durch Inseln und Halbinseln geprägte Flusslandschaft. Neben einer jungslawischen Feuchtbodensiedlung wurde in den späten 1980er Jahren ein neolithischer Platz aus dem Zeitraum zwischen 2900 bis 2600 v. Chr. untersucht. Dieser zeichnete sich durch seine außerordentlichen Erhaltungsbedingungen aus. So konnten, neben Holzartefakten und Geräten aus Geweih und Knochen, allein über 17.000 Tierknochen geborgen werden.

Im Rahmen des Teilprojektes C1 werden in Parchim-Löddigsee Sondagegrabungen an zwei Fundstellen vorgenommen: Einerseits erfolgen eine Re-Lokalisierung der Altgrabungsflächen und eine Prüfung der Ausdehnung sowie der Erhaltungsbedingungen der Fundstelle. Andererseits soll Hinweisen auf einen weiteren Siedlungsplatz nachgegangen werden. Hierbei handelt es sich um einem ca. 500 m entfernten Fundplatz unbekannter Ausdehnung und Funktion, der vor ca. 30 Jahren durch Meliorationsarbeiten entdeckt wurde. Aufgrund der zu erwartenden hervorragenden Erhaltungsbedingungen erfolgen parallel zur Ausgrabung archäobotanische und palynologische Untersuchungen durch die Teilprojekte F2 und F3.

Zeitraum: 05.-30.08.2019


15.07.2019

Diesjährige archäologischen Felduntersuchungen des Teilprojektes C1 beginnen im August auch am jung- und endneolithischen Fundort Brunau

Profilfoto mit einer Urne des Gräberfeldes Brunau „Fuchsberge“.

Abb.: Profilfoto mit einer Urne des Gräberfeldes Brunau „Fuchsberge“.

Neben Sondageuntersuchungen im Bereich einer jungneolithischen Feuchtbodensiedlung bei Parchim-Löddigsee in Mecklenburg-Vorpommern, wird im Rahmen des Teilprojektes C1 in diesem Jahr zudem die Untersuchung eines ebenfalls jungneolithischen Urnengräberfeldes bei Brunau in der Altmark stattfinden. Die Altmark, gelegen im nördlichen Sachsen-Anhalt, stellt den südlichsten Bereich des Arbeitsgebietes in der Norddeutschen Tiefebene dar.

Während des Jung- und Endneolithikums wird diese Region von unterschiedlichen kulturellen Phänomenen geprägt. Das bereits durch eine Notgrabung teiluntersuchte Brandgräberfeld bei Brunau kann anhand der typologischen Einordnung der Gefäße sowie durchgeführter Radiokarbonanalysen der späten Einzelgrabkultur (2300-2150 v. Chr.) zugeordnet werden. Die Verbindung der Brandbestattung mit Einzelgrabkeramik ist eher untypisch, da letztere vielmehr mit Einzelbestattungen in oder unter Grabhügeln in Verbindung gebracht wird. In der Mehrheit sind Brandbestattungen zu dieser Zeit jedoch kennzeichnend für die in der östlichen Altmark verbreiteten Schönfelder Gruppe, so dass im altmärkischen Raum zu dieser Zeit ein starker gegenseitiger Einfluss beider Phänomene bezüglich der Bestattungssitten beobachtet werden kann.

Zeitraum: 12.-30.08.2019


14.07.2019

Diesjährige Archäologische Feldforschungen des Teilprojektes B2 an mesolithischen Fundorten im Duvenseer Moor beginnen im August 2019

Ausgrabungen in 2018 des Fundplatzes Duvensee WP 10.

Abb.: Ausgrabungen in 2018 des Fundplatzes Duvensee WP 10.

Die archäologischen Feldforschungen des Teilprojektes B2 konzentrieren sich in diesem Jahr auf drei mesolithische Fundplätze am Duvenseer Moor, bei denen die Erhaltungsbedingungen in der ehemaligen Uferzone geprüft werden soll. Hier finden sich in der Regel Nahrungsreste der mittelsteinzeitlichen Menschen, die neben Transformationen in der Ernährung auch Hinweise auf die Umwelt zum Besiedlungszeitpunkt geben können.

Das Duvenseer Moor ist eine der wichtigsten Fundregionen für das Mesolithikum Norddeutschlands. Dies nicht nur wegen den außerordentlichen Erhaltungsbedingungen, sondern auch wegen der großen Anzahl an Fundplätzen. Besondere Aufmerksamkeit bekommen die Plätze im Duvenseer Moor in der Regel, wenn es um die Ernährungsweise in der frühen Mittelsteinzeit geht. Klaus Bokelmann, der seit den späten 1960er Jahren bis 2001 in dem Moor Ausgrabungen durchgeführt hat, konnte diverse Fundstellen mit großen Mengen gerösteten Haselnüssen und umfangreichen lithischen Inventaren freilegen.

Zeitraum: 05.-30.08.2019


13.07.2019

Geophysikalische Prospektionen des Teilprojektes D1 in Bordos in Serbien beginnen Sommer 2019

Geophysikalische Prospektion Bordos 2014

Abb.: Geophysikalische Prospektion in Bordos 2014

Im Fokus einer Prospektionskampagne des Teilprojektes D1 stehen spätneolithische Siedlungen der ersten Hälfte des 5. Jahrtausend am Unterlauf der Theiß in Serbien. Die Untersuchungsregion an der Schnittstelle von Pannonischer Tiefebene und der balkanischen Mittelgebirge und von Vinča und Theiß-Gesellschaften verzeichnete zwischen 5200 und 4700 v.u. Z. einen starken Trend zur Bevölkerungsagglomeration in komplexen Großsiedlungen mit Tells und Flachsiedlungen und zu einer multi-regionalen Vernetzung. Die Siedlung Borđoš weist hinsichtlich ihres räumlichen Layouts Analogien zu Tripolye-Siedlungen auf, die möglicherweise auf ähnlichen sozialen und ökonomischen Konfigurationen beruhen.

Bei den in Kooperation mit dem Museum der Vojvodina Novi Sad und der Universität Oslo durchgeführten geophysikalisch-magnetometrischen Prospektionen und Testgrabungen geht es darum, auf regionaler Ebene auszuloten, wie singulär solche komplexen zentralen Siedlungen sind, inwieweit sich ihre Einzugsbereiche bzw. Territorien rekonstruieren lassen und die zugrunde liegende regionale Siedlungsdynamik rekonstruiert werden kann.

Zeitraum 22.07.–11.08.2019


 

25.03.2019

Evaluation der jungneolithischen Fundstelle Westre für weitere Untersuchung durch das Teilprojekt C1

Fundstelle Westre

Die Lokalisierung und Untersuchungen von Siedlungsplätzen des dritten vorchristlichen Jahrtausends in der norddeutschen Tiefebene stehen im Fokus des Teilprojektes C1 Spätmesolithische und Neolithische Transformationen in der nordmitteleuropäischen Tiefebene. In diesem Rahmen erfolgten im März 2019 archäologische Voruntersuchungen in Westre bei Flensburg im Kreis Nordfriesland in unmittelbarer Nähe zur deutsch-dänischen Grenze. Der Fundplatz war schon seit mehreren Jahren durch Sammler begangen worden und zeichnet sich durch ein umfangreiches lithisches Fundmaterial der Einzelgrabgesellschaften zwischen 2800 und 2200 v. Chr. aus. Die Untersuchungen erfolgten systematisch durch fünf, bis zu 80 m lange, nebeneinanderliegende Grabungsschnitte. 

Fundstelle Westre

Es wurden aber keine neolithischen Befunde wie Gruben oder Pfostenverfärbungen aufgedeckt. Mehrere sich klar abzeichnende Strukturen im Boden stellten sich bei der Ausgrabung sowie durch den Bericht von anwesenden Anwohnern als Reste ehemaliger Feldbefestigungen des 20. Jahrhunderts in Form von Schützengräben heraus. Die Prospektion zeigte, dass keine weiteren Untersuchungen an dieser Fundstelle aussichtsreich wären, somit werden nun weitere potentielle jung- und spätneolithische Siedlungsplätze im Teilprojekt C1 auf ihr Potenzial geprüft.

Fotos: Jan Piet Brozio


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