SFB 1266 - TransformationsDimensionen

Archäologisches Kolloquium - Die Deponierungen der Trichterbecherkultur

05.12.2016 von 18:30 bis 20:30

Johanna-Mestorf-Hörsaal (Eingang 4, Erdgeschoss), Johanna-Mestorf-Straße

Michael Müller M.A., Berlin

Die Deponierungen der Trichterbecherkultur (4100–2800 v. Chr.) gehören zu einer in
der bisherigen Forschung immer noch unterschätzten Thematik. Obwohl jene ebenso
als „Hort“, „Depot“ oder „Niederlegung“ bezeichneten rituell entäußerten Objekte der
Trichterbecherkultur seit dem 19. Jh. erkannt und erforscht werden, blieb eine das
gesamte Phänomen darstellende Arbeit bisher aus. Bei den einzeln, paarweise oder in
kleineren Ansammlungen, in Ausnahmen sogar zu mehreren dutzend niedergelegten
Objekten, handelt es sich zum überwiegenden Teil um Beilklingen aus Feuerstein.
Regional begrenzt hingegen sind Horte mit Keramikgefäßen und Bernsteinperlen. Es
sind keineswegs gewöhnliche Alltagsgegenstände, die niedergelegt wurden. Die in den
Deponierungen vorkommenden Flintbeilklingen z.B. sind häufig überdimensioniert und
besonders prachtvoll. Des Weiteren sind Beilklingen zu erwähnen, die aus für den
nordischen Raum „exotischen“ Materialien wie Kupfer bestanden, für welches keine
lokalen Lagerstätten existieren, das jedoch bereits verarbeitet werden konnte.
Das Dissertationsprojekt widmet sich dem Phänomen der trichterbecherzeitlichen Horte
in seiner ganzen Vielfalt. Als wichtige Forschungsschwerpunkte werden eine
umfangreiche metrische Analyse, mikroskopische Untersuchungen, Fragen zum naturund
kulturräumlichen Umfeld sowie die Einbindung des Themas in die Diskussionen und
Erkenntnisse der aktuellen Hortforschung verfolgt.

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