SFB 1266 - TransformationsDimensionen

Konzept des SFB 1266

Focus Cluster Concept

Das Konzept des SFBs gliedert sich in vier zentrale Forschungsbereiche. Zum einen soll der Begriff „Transformation“ in seinem Bedeutungsspektrum innerhalb sozialökonomischer Wechselbeziehungen erfasst werden. An verschiedenen prähistorischen Fallstudien werden individuelle Indikatoren von Transformationsprozessen und deren Entwicklungen untersucht, von Wildbeutern, Garten- und Ackerbauern und frühen Metallurgen bis zu vorstaatlichen und frühstaatlichen Gesellschaften verteilt zwischen Arktis und Mittelmeer, Spanien und der Ukraine. Durch einen systematischen Vergleich dieser Fallstudien werden die zeitlichen, räumlichen und sozialen Skalen von Transformation herausgearbeitet und identifiziert. Im Gesamtkontext dieser erfassten Merkmale wird die Geschichte des Wirkungsfeldes von Mensch und Umwelt zwischen 15.000 und 1. v.u.Z. beschrieben. Für die inhaltliche Zusammenarbeit wurden entsprechend dieses Konzepts vier Forschungsschwerpunkte formuliert, die einen kontinuierlichen wissenschaftlichen  Transfer und Diskurs zwischen neun Clustern (A-G) und den zugehörigen 18 Teilprojekten gewährleistet. Zusätzlich ist ein zentrales Cluster für die Administration sowie das projektübergreifende Datenmanagement und deren Präsentation zuständig. Unabhängig davon: Die Basisarbeit zahlreicher Projekte sind ausgedehnte Feldarbeiten mit Prospektionen und Ausgrabungen.

Focus 1: „Theorie und Modellierung“ (Cluster A)

Focus 1 diskutiert theoretische Schlüsselthemen, die das Begriffsverständnis von Transformation formen. Auf dieser Basis werden Konzepte zum Mensch-Umwelt-Wirkungsfeld entworfen und Anwendungsmodelle entwickelt. Dabei werden die in Foci 2-4 erschlossenen Proxywerte und Indikatoren einbezogen.

Focus 2: „Transformationen sozioökonomischer Gebilde“ (Cluster B-E)

Focus 2 erfasst in zeitlich und räumlich unterschiedlichen Fallstudien die sozioökonomischen Veränderungen, die in prähistorischen und archaischen Gesellschaften zwischen 15.000 v. Chr. und 1. v.u. Z. stattfanden. Dies umschließt die Entwicklungen von komplexen Wildbeutergesellschaften, einfachen Bodenbauern, frühen Agrarwirtschaften und ersten Metallurgen bis hin zu vorstaatlichen und staatlichen Gesellschaften.

Focus 3: „Sozio-ökologische Faktoren des Wandels“ (Cluster F)

Focus 3 konzentriert sich auf spezifische diachrone Komponenten wie Klima und menschliche Anpassungsstrategien, Vegetationsveränderungen und anthropogenen Einfluss, Bodenprozesse und Erosion, Demographie und Krankheiten, die Entwicklung unterschiedlicher Subsistenzwirtschaften oder die soziale Bedeutung von Technologie und Innovation.

Focus 4: „Setting the frame“ (Cluster G)

Focus 4 setzt unter der Anwendung von Datierungsverfahren und geophysikalischer Methoden den Rahmen zur Rekonstruktion von Transformationen in Raum und Zeit. Hierfür sind präzise Chronologien und Skalierungen nötig, die durch eine intensive Methodenentwicklung innerhalb des archäologischen Forschungsfeldes ermittelt werden. Umfangreiche Datensets stehen aus den unterschiedlichen Fallstudien zur Verfügung.

Das Konzept des SFBs bietet ein interdisziplinäres Forschungsumfeld, in dem der Wissenstransfer auf unterschiedlichen Ebenen stattfindet.

Auf der Projekt-zu-Projekt Ebene werden durch regen Austausch Ergebnisse diskutiert und präzisiert, während der inter- und multidisziplinäre Wissenstransfer auf projektübergeordneter Ebene stattfindet. Entsprechend des Konzeptes des SFBs werden unter dem Motto „Interlinkage" in projektübergreifenden Arbeitsgruppen relevante Querschnittsthemen bearbeitet, wobei Transformation und relevante Prozesse Leitmotiv bleiben: „Material Culture", „Human-environment Interaction", „Social Organisation and Built Space", „Economies: Stability and Transformation", „Mobility and Interaction", „Quantification and Comparison". Die Arbeit in den Querschnittsgruppen stellt die zentrale Austauschplattform dar, auf der projekt- und clusterspezifische oder darüber hinausgehende Konzepte, Methoden und Ergebnisse im übergeordneten Themenkontext diskutiert, hinterfragt und entwickelt werden können. Das lunctime seminar, bi-weekly meetings, Workshops der Querschnittsgruppen und internationale Tagungen prägen den internen und externen wissenschaftlichen Dialog des SFBs.