SFB 1266 - TransformationsDimensionen

Phase 1 - Forschungsaktivitäten 2016-2020


F3: Dynamik der Pflanzenökonomie in prähistorischen und archaischen Gesellschaften



Teilprojektleitung: Prof. Dr. Wiebke Kirleis
Mitarbeitende: Dr. Dragana Filipović, Sofia Filatova
 

 

Forschungsagenda

Um Auslöser und Komponenten transformativer Entwicklungen von Subsistenzsystemen samt ihrer sozialen Rückkopplungen zu verstehen, wird ein multi-proxy Ansatz angewendet, der quantifizierbare Belege aus den Bereichen Archäobotanik, Archäologie/materielle Kultur und Ethnographie zusammenführt. In einer diachronen Perspektive werden auf einem räumlichen Transsekt ausgehend von der nordeuropäischen Tiefebene über das östliche Zentraleuropa bis zum Karpatenbecken archäobotanische Daten mit solchen der materiellen Kultur verglichen, die für den Nahrungserwerb und landwirtschaftliche Praktiken relevant sind, und sodann ethnographischen Daten gegenüber gestellt, um mögliche Typologien technologischen Wandels der Subsistenzökonomie zu erschließen.

Untersuchungs-Transekt
Abb. 1. Untersuchungs-Transekt und Projektkollaborationen mit diachronen Fallstudien (Abbildung: W. Kirleis)
Abb. 2. Verkohlte Pflanzenreste aus einer Brunnenverfüllung in Oldenburg LA77, ca. 3100 v.u.Z. (Foto: W. Kirleis)
Abb. 3. Experimentelles Mörsern von Spelzweizen. (Foto: W. Kirleis)
 

Forschungsaktivitäten

2017

Die Feldarbeiten von Teilprojekt F3 stehen in engem Zusammenhang mit Teilprojekten, die Fallstudien bearbeiten. In diesem Jahr werden alte Pflanzenreste von Fundstellen aus Norddeutschland, der westlichen Slowakei, Ungarn und Moldawien, die vom Frühen Neolithikum bis zur Späten Bronzezeit datieren, gewonnen und analysiert. Im Archäologisch-Ökologischen Zentrum in Albersdorf (Steinzeitpark Dithmarschen) widmen sich die Wissenschaftlerinnen von F3 laufend dem experimentellen Anbau jungsteinzeitlicher Kulturpflanzen. Daneben findet die Datensammlung für die Archäo-Ethnobotanische Datenbank statt, erste archäobotanische Berichte werden verfasst und der Austausch im SFB mit Teilprojekten und in Querschnittsgruppen befördert.

Wismar
Abb. 1. Verkohlte Hirse- und Gerstenkörner aus dem spätbronzezeitlichen Wismar-Wendorf.

Der spätbronzezeitliche Fundplatz Wismar-Wendorf in Mecklenburg-Vorpommern zeichnet sich durch Gruben unterschiedlicher Größe und Form aus. Bemerkenswert ist ein Massenfund von Spelzgerste mit Hirsebeimengungen (ca. 30 kg!). Aus weiteren Befunden wurden Emmer und Nacktgerste sowie ein stattliches Set von Unkräutern geborgen.

Vrable
Abb. 2. Diesjährige Ausgrabungen im neolithischen Vráble.

Vrable
Abb. 3. Das Schlemmen der Proben in Vrable.

Die Ausgrabungen der linearbandkeramische Siedlung Vráble (Slowakei) im Teilprojekt C2 förderten ein übersichtliches archäobotanisches Material zu Tage, in dem Getreidereste überwiegen. Einkorn und Emmer sind die wichtigsten Nutzpflanzen. Anhand der detaillierten Daten aus den verschiedenen archäologischen Schnitten zeichnen sich zum jetzigen Forschungsstand bereits spezifische räumliche Verteilungsmuster für Einkorn und Emmer ab, die auf unterschiedliche Deponierungs- und Nutzungsverhältnisse sowie Erhaltungsbedingungen zurückzuführen sind.

Mengenanteile der Pflanzenarten Einkorn und EmmerMengenanteile der Pflanzenarten Einkorn und Emmer
Abb. 4. Erste Ergebnisse der archäobotanischen Archive (Mengenanteile der Pflanzenarten Einkorn und Emmer).

Während der diesjährigen Ausgrabungen der neolithischen Siedlung Duvensee, durchgeführt von Teilprojekt C1, wurde aus überlagerten Torfschichten Probenmaterial für archäobotanische Untersuchungen gewonnen. Erwartet werden botanische Makroreste in Feuchterhaltung, ähnlich wie es bei den in Teilprojekt C1 verorteten neolithischen Fundplätzen Oldenburg LA77 und LA 232 (Ostholstein) der Fall ist. Dort wurden große Mengen von Pflanzenresten geborgen und bestimmt, neben verkohlten auch subfossile Kultur- und Wildpflanzen.


Experimenteller Anbau im Archäologisch-Ökologischen Zentrum in Albersdorf, Dithmarschen
Abb. 5. Experimenteller Anbau im Archäologisch-Ökologischen Zentrum in Albersdorf, Dithmarschen.
 

In Kooperation mit Teilprojekt D1 (Marta Dal Corso) sowie weiteren Kolleginnen und Kollegen des Instituts für Ur- und Frühgeschichte wird im Freigelände des Archäologisch-Ökologischen Zentrums in Albersdorf ein landwirtschaftliches Experiment durchgeführt. Auf einer Parzelle werden verschiedene Getreide und Lein händisch in Reihe eingesät, regelmäßig gejätet (inklusive Bestimmung der Unkrautflora) und geerntet. Zu den angebauten Arten gehören die fünf wichtigsten Kulturpflanzen der jungsteinzeitlichen Trichterbecherkultur: Einkorn, Emmer, freidreschende Gerste, freidreschender Hartweizen und Lein.

FlyerKulturpflanzen der Jungsteinzeit. Experimenteller Anbau im des Archäologisch-Ökologischen Zentrum Albersdorf.

Bei der diesjährigen Feldkampagne zur Erforschung des bronzezeitlichen Fundortes Kakucs-Turján in Ungarn führte Teilprojekt F3 umfassende archäobotanische Feldarbeiten durch (Sammlung und Schlemmen von Proben) und beteiligte sich an der Freilegung eines Siedlungsareals. Dieses Siedlungsareal zeichnet sich durch Befunde von Abfallgruben aus. Um die Deponierungsphasen von Pflanzenmaterial in diesen komplexen Grubenbefunden zu verstehen, wurden zur Analyse der botanische Makroreste und Phyolithen das Substrat umfangreich beprobt.

Ausgrabungsarbeiten eines Grubenbefundes in Kakucs.
Abb. 6. Feldkampagne zur Erforschung des bronzezeitlichen Fundortes Kakucs-Turján in Ungarn.

Am 8. Oktober veranstaltete der Tierpark „Arche Warder“ einen Tag zum Thema Steinzeit Live.Gemeinsam mit Graduiertenschule Human Development in Landscapes“ und dem Institut für Ur- und Frühgeschichte gewährte Teilprojekt F3 praktische Einblicke in die Disziplin der Archäobotanik. Die jüngsten Gäste konnten sich beim Knacken gerösteter Haselnüsse mit Steinen versuchen und beim Blick durchs Mikroskop Interessantes über die verschiedenen Pflanzenarten erfahren, die in archäobotanischen Archiven zu finden sind.

Rösten und Knacken von Haselnüssen beim „Steinzeit Live“ Event in der Arche Warder.
Abb. 7. Rösten und Knacken von Haselnüssen beim „Steinzeit Live“ Event in der Arche Warder.

2018

In seiner Explorationsphase im Jahr 2017 testete das F3-Projekt das Potenzial und die Eignung verschiedener methodischer Ansätze sowie verfügbarer archäobotanischer Datensätze, um das allgemeine SFB1266-Thema der Transformationen auf verschiedenen Ebenen in der Vergangenheit zu bearbeiten. Im Jahr 2018 wurden die ausgewählten Methoden an einer Reihe von Fallstudien-Fundorten und deren Pflanzenresten angewendet. Dabei wurden sowohl innerhalb als auch außerhalb der SFB-Projekte mehrere Kooperationen aufgebaut, die 2018 zum Aufbau und zur Zusammenstellung eines großen Datenbestandes und zur Erstellung von zur Veröffentlichung eingereichten Manuskripten mit mehreren Autoren führten. Die Ergebnisse wurden auch auf mehreren wichtigen Konferenzen in Europa sowie bei einem eingeladenen Vortrag Link von Dragana Filipović in Wien vorgestellt.

Die Dynamik von Pflanzenproduktion und Verzehr in der Vergangenheit wurde auf der Ebene der Haushalte (Fallstudie Kakucs-Turján), der Siedlung (Vráble in der Slowakei; Oldenburg LA232, Oldenburg LA191, Oldenburg LA77 in Norddeutschland), der Mikroregion (Oldenburger Graben in Norddeutschland), der Region (Karpatenbecken) und der Makroregion/Subkontinent (Mittel- und Nordeuropa) untersucht. Die zuvor gesammelten detaillierten archäobotanischen Daten wurden aktualisiert und neue Primärdaten erstellt. Diese Daten sind jetzt komplett in der archäobotanischen Datenbank ArboDat der UFG-Kiel (mit großer Unterstützung der Techn. Assistentin der UFG-Archäobotanik Tanja Reiser) gespeichert und bilden eine Grundlage für zukünftige Studien. Neben den archäobotanischen Ansätzen erweiterte das F3-Projekt seine analytischen Grundlagen durch die Untersuchung stabiler Isotopenverhältnisse in verkohlten Pflanzenresten, um die Wachstumsbedingungen von Pflanzen in der Vergangenheit besser zu verstehen. Erste Ergebnisse für den Fundort Oldenburg LA77 wurden anhand eines Posters auf der 39th Conference of the Association for Environmental Archaeology Link in Aarhus vom 29. November bis 1. Dezember 2018 vorgestellt.

Dragana Filipović und Sonja Filatova nahmen vom 4. bis 9. Juni 2018 am XVIII Congress of the International Union of the Prehistoric and Protohistoric Sciences (UISPP) in Paris teil. Sie präsentierten in drei Vorträgen und einem Poster die Ergebnisse der disziplinübergreifenden Studien innerhalb des SFB (mit den Projekten C1, C2 und F2) aus Norddeutschland Link und der Ostslowakei Link sowie aus den archäobotanischen Untersuchungen der internationalen archäologischen Expedition am Fundort Kakucs-Turján in Ungarn. Link

Verkohlte Körner von Einkorn aus dem Fundort Vráble in der Slowakei Foto: D. Filipović
Abb. 1. Verkohlte Körner von Einkorn aus dem Fundort Vráble in der Slowakei. (Foto: D. Filipović)

Auf dem 24th Annual Meeting of the European Association of Archaeologists vom 5. bis 8. September 2018 in Barcelona organisierten die SFB-Projekte F3 und D2 eine Session (Nr. 614) zum Thema „Umwelt, Lebensmittelproduktion und Lebensstil in der Bronzezeit in Europa“, an der elf Vorträge und fünf Posterpräsentationen teilnahmen Link. Während dieser Session war das F3-Projekt mit einem Vortrag und zwei Postern vertreten, auf denen die Nachweise für Veränderungen in der Pflanzenverwendung und der Speisenauswahl auf Siedlungs- und regionaler Ebene am Beispiel des Fundorts Kakucs-Turján in Ungarn sowie anhand weiterer Fundorte aus dem südlichen Karpatenbecken und Norddeutschland gezeigt wurden.

Sonja Filatova präsentierte die Ergebnisse der auf Kakucs-Turján fokussierten archäobotanischen Forschung sowohl beim Jahrestreffen der Arbeitsgruppe Archäobotanik der RTG der Universität zu Köln in Xanten (25-27) im Mai 2018 als auch auf der Konferenz Lehren aus der Vergangenheit: Archäologie, Anthropologie und die Zukunft des Essens am 23. August 2018 in Oxford. Link

Die archäobotanische Analyse von Kakucs-Turján wurde dank des von Dr. Hannes Knapp in Kiel organisierten Kurses zur Praktischen Einführung in die Holz- und Holzkohlenanalyse vom 26. Februar bis 2. März 2018, an dem Sonja Filatova teilnahm, um Holzkohlenanalysen (zusätzlich zu den Analysen der Samen und Früchte) erweitert.

In Zusammenarbeit mit den SFB-Projekten G1 und D1 initiierte Dragana Filipović das "Millet Dating Programme" mit dem kurzfristigen Ziel, einen hochauflösenden chronologischen Rahmen für das Erscheinen von Rispenhirse (Panicum miliaceum L.) in Europa und ihrer vollständigen Aufnahme in landwirtschaftliche Produktionssysteme zu erstellen. Langfristiges Ziel ist es, zu untersuchen, wie sich die Einführung dieser neuen Kulturpflanze mit anderen Aspekten der Agrarwirtschaft sowie technologischen und gesellschaftspolitischen Entwicklungen in Verbindung bringen lässt.

Fundorte in Norddeutschland, von denen Körner der Rispenhirse für Radiokarbondatierungen eingereicht wurden Karte: D. Filipović
Abb. 2. Fundorte in Norddeutschland, von denen Körner der Rispenhirse für Radiokarbondatierungen eingereicht wurden. (Karte: D. Filipović)

Verkohlte Körner von Rispenhirse aus dem spätbronzezeitlichen Fundort Wismar-Wendorf in Mecklenburg-Vorpommern Foto: D. Filipović
Abb. 3. Verkohlte Körner von Rispenhirse aus dem spätbronzezeitlichen Fundort Wismar-Wendorf in Mecklenburg-Vorpommern. (Foto: D. Filipović)

Im Rahmen des „Millet Dating Programme“ reisten Wiebke Kirleis und Marta Dal Corso (D1) im März 2018 nach Kiew, um die lokale Archäobotanikerin Galyna Pashkevich zu treffen und Reste von Rispenhirse aus ihrem Archiv im Natural History Museum in Kiew zu sichten. Wiebke Kirleis wurde daraufhin eingeladen, an dem japanisch-ukrainischen Workshop Ukraine as the Crossroad for Agricultural Dispersal in Eurasia teilzunehmen, der am 30. und 31. August 2018 an der Borys Grinchenko Kyiv Universität in Kiew stattfand.

Teilnehmende des Workshops in Kiew Foto Hiro Nasu
Abb. 4. Teilnehmende des Workshops in Kiew. (Foto ©: H. Nasu)

Wiebke Kirleis und Sonja Filatova waren im März 2018 an der Organisation des vom SFB 1266 veranstalteten Internationalen Workshops "Gendertransformationen in prähistorischen und archaischen Gesellschaften" beteiligt (Link).

Das ganze Jahr über wurde im Archäologisch-Ökologischen Zentrum Albersdorf der experimentelle Anbau der wichtigsten Kulturpflanzen des Neolithikums und der Bronzezeit fortgesetzt (AÖZA; Link).

Getreideernte im AÖZA Foto: A. Hoffmann
Getreideernte im AÖZA Foto: A. Hoffmann
Abb. 5. und Abb. 6. Getreideernte im AÖZA. (Foto: A. Hoffmann)

Sonja Filatova nahm an einem Workshop mit dem Titel Writing a successful article teil, der von der Nordischen Graduiertenschule für archäologische Dialoge mit der Vergangenheit vom 28. bis 30. November in Rom organisiert wurde.

Teilnehmende des Workshops in Rom Foto © DialPast
Abb. 7. Teilnehmende des Workshops in Rom. (Foto ©: DialPast)

2019

Das Hauptziel von F3 bestand im Jahr 2019 darin, Publikationen voranzubringen, die Doktorarbeit abzuschließen, sowie den Antrag für die zweite Phase des SFB 1266 vorzubereiten. Einige der dieses Jahr veröffentlichten Publikationen von F3 basieren auf der Zusammenarbeit mit den Teilprojekten C1  (2 Zeitschriftartikel), D3  (Beiträge zur Doktorarbeit und zu einem Grabungsbericht), C2 (archäobotanisches Kapitel und ein Beitrag zur Monographie über Vrable) und wurden von Dragana Filipović vorbereitet. Diese Publikationen sind noch im Druck.

Die diesjährige Feldarbeit wurde bei Dobbin in Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt. Hier befindet sich eine Siedlung der späten Bronzezeit, die im Rahmen der Forschungen von Teilprojekt D3 ausgegraben wurde. Bodenproben aus Gruben und Pfostenlöcher wurden in der Nähe des Fundortes an einem stehenden Gewässer in einem ehemaligen Torfstich geschlemmt. Dieser Fundplatz wird auch 2020 weiterhin archäobotanisch betreut werden.

Schlemmen am Torfstich bei Dobbin in Oktober 2019
Abb. 1. 

Schlemmen am Torfstich bei Dobbin in Oktober 2019
Abb. 2. 
Abb. 1.-2. Schlemmen am Torfstich bei Dobbin in Oktober 2019 unter abwechslungsreichen Wetterbedingungen. (Fotos: W. Kirleis)

Im April wurde Wiebke Kirleis an die Freie Universität Berlin, Institut für prähistorische Archäologie, eingeladen, um einen Vortrag zur “Pflanzenökonomie im Wandel: Von den Anfängen des Ackerbaus im nördlichen Zentraleuropa zur Diversifizierung in der jüngeren Bronzezeit“ zu halten. Im Mai wurde sie zur Hüde-Konferenz “Steinzeitlcihe Grenzerfahrungen: Neolithische und Mesolithische Parallelgesellschaften in der nordeuropäischen Tiefebene“ in das Landesmuseum Hannover eingeladen. Dort hielt sie einen Votrag mit dem Titel “Subsistence change: plant economy and Neolithisation”.

Das F3 Team hat an verschiedenen internationalen wissenschaftlichen Konferenzen teilgenommen. Der internationale Workshop „Socio-Environmental Dynamics over the Last 12,000 Years: The Creation of Landscapes VI” fand in Kiel zwischen 11.-16. März statt. F3 war mit zwei Vorträgen und zwei Posterpräsentationen vertreten:

- Sofia Filatova präsentierte einen Poster namens: “Defining the nature of a macrobotanical archive: a case-study from the Hungarian Carpathian Basin”.

- Wiebke Kirleis hielt einen Vortrag über “Linking Bronze Age agricultural innovation with the allocation of land for crop growing in northern Germany”

- Dragana Filipović präsentierte einen Poster mit dem Titel “Were there coinciding changes in agricultural practices and material culture at Middle Neolithic Oldenburg settlements in northern Germany?” und stellte Projektergebnisse vor: “Dynamics of plant economies in ancient societies: presentation of the results”.

Zusatzlich haben Wiebke Kirleis und Dragana Filipović die Session “Territoriality in Europe in the Bronze and Iron Age” mitorganisiert.

Die 18. Tagung der International Workgroup for Palaeo-Ethnobotany (IGWP) hat in Lecce, Italien, zwischen dem 3.-8. Juni stattgefunden. Dort wurden die folgenden Beiträge vorgestellt:

-“Ex Oriente seges: the arrival and establishment of broomcorn millet in Europe” wurde von Dragana Filipović vorgestellt mit  Wiebke Kirleis (F3), John Meadows (G1), Marta Dal Corso (D1) und  über 30 externen Mitautorinnen* , die das F3 „Hirse Datierungsprogramm“ unterstützt haben (siehe unsere Forschungsaktivitäten 2018),;

- “Food production in the Bronze Age Danube River region: the case of Kakucs-Turján, Hungary” wurde von Sofia Filatova vorgetragen;

- Das Poster “Tracing the introduction and first dispersal of millet in Ukraine” wurde von Marta Dal Corso (D1), Dragana Filipović & Wiebke Kirleis (F3), John Meadows (G1) und  externen Kolleginnen präsentiert.

F3 Präsentationen auf der IGWP
Abb. 3. 

F3 Präsentationen auf der IGWP
Abb. 4.

Abb. 3.-4. F3 Präsentationen auf der IGWP. (Fotos: SFB1266, Kelly Reed)

Der 20. Kongress der International Union for Quaternary Research (INQUA) fand in Dublin, Irland zwischen dem 25.-31. Juli statt. Beiträge von F3 waren ein Vortrag von Wiebke Kirleis, Dragana Filipović und Stefanie Klooß mit dem Titel  “Neolithic arable farming on the SW Baltic coast: insights based on crops, weeds and stable isotopes from Oldenburg sites” sowie eine eine Posterpräsentation “Neolithic plant economy in the SW Baltic area – a long-term perspective”, die von Dragana Filipović, Stefanie Klooß und Wiebke Kirleis vorbereitet wurde.

F3 organisierte in Zusammenarbeit mit D1 und G1 in Kiel am 27.-28. November die internationale Tagung “Millet and what else? The wider context of the adoption of millet cultivation in Europe”.

Der Workshop markiert sowohl den Abschluß  vom „Hirse Datierungsprogramm“ und führte eine Vielzahl von SpezialistInnen aus Europa, Japan und China zusammen. Hier wurden neue Perspektiven für zukünftige Forschung und Kollaborationen entwickeln. Mehr als 20 TeilnehmerInnen aus der Archäobotanik, Archäologie, Archäozoologie, Ethnographie und den Agrarwissenschaften hielten Vorträge, die den bronzezeitlichen Kontext von Ernährung, Wirtschaft und Kultur erschliessen halfen, einer Periode in der die Hirse (Panicum miliaceum) aus dem Osten nach Europa gekommen ist. Neueste Ergebnisse verschiedener Forschungsmethoden, wie der Untersuchung stabiler Isotope und molekularbiologischen Analysemethoden, wurden vorgestellt und so die Zubereitung von Hirse und ihr Beitrag zur Ernährung thematisiert. Darüber hinaus wurden agronomische und technologische Aspekte des Hirseanbaus diskutiert.

Millet workshop Session
Abb. 5.

Millet Workshop Session
Abb. 6.

Millet Workshop Session
Abb. 7.

Millet Workshop Session
Abb. 8. 

Millet Workshop Session
Abb. 9.

Laborführung
Abb. 10. 

Abb. 5.-10. Millet Workshop Sessions und Laborführung (Fotos: G. Pashkevich)

Dragana Filipović und Sofia Filatova  waren Ko-Autorinnen für den Vortrag “New insights into the diet and agriculture of Bronze Age communities in the Middle Danube”von Kelly Reed (Universität Oxford), der auf der Tagung “Prehistoric communities along the Danube” im Archäologischen Museum Osijek in Kroatien gehalten wurde.