SFB 1266 - TransformationsDimensionen

Die frühen Gesellschaften, deren Subsistenz während und nach dem Neolithisierungsprozess auf einfache Bodenbestellung und Weidewirtschaft basierte, werden in diesem Forschungskontext als „Gartenbauer“ definiert.

Charakteristisch für diese soziale Formation ist nach unserer Definition eine auf gemischter Agrarwirtschaft basierende Subsistenz (Wild- und Kulturpflanzen, Wild- und domestizierte Nutztiere) und intensiv betriebener Pflanzenanbau auf kleineren Flächen. Gegensätzlich zu Gesellschaften mit Agrarwirtschaft (vgl. Cluster D) haben diese einfachen Bodenbauern weniger Potential zur Überschuss- und Lagerungsproduktion und zu nachhaltigem Wohlstand. Aufgrund des geringeren Produktionsumfanges ist die Entwicklung einer inneren gesellschaftlichen Spezialisierung weniger ausgeprägt; menschliche Arbeitskraft ist eher die limitierende Variable als die Verfügbarkeit von Nutzflächen. In unseren Arbeitsgebieten lebten diese Gesellschaften in eher kleinen Siedlungen und bildeten scheinbar soziale Gruppen geringer Größe.

Untersuchungen stabiler Isotope weisen auf tendenziell kompliziertere Mobilitätsmuster von Mitgliedern solcher Siedlungsgemeinschaften hin, dies gilt insbesondere für das frühe Neolithikum. Lokale Verbindungen zwischen diesen Gruppen werden in unterschiedlichen Mustern sozialer Interaktion sichtbar, wie ritueller Habitus, dem Handel exotischer Güter, dem Abhalten von Feierzeremonien, uniformer Verhaltensweisen basierend auf strikten Ideologien oder der Errichtung von Monumenten.