SFB 1266 - TransformationsDimensionen

Feldarbeiten


25.03.2019

Evaluation der jungneolithischen Fundstelle Westre für weitere Untersuchung durch das Teilprojekt C1

Fundstelle Westre

Die Lokalisierung und Untersuchungen von Siedlungsplätzen des dritten vorchristlichen Jahrtausends in der norddeutschen Tiefebene stehen im Fokus des Teilprojektes C1 Spätmesolithische und Neolithische Transformationen in der nordmitteleuropäischen Tiefebene. In diesem Rahmen erfolgten im März 2019 archäologische Voruntersuchungen in Westre bei Flensburg im Kreis Nordfriesland in unmittelbarer Nähe zur deutsch-dänischen Grenze. Der Fundplatz war schon seit mehreren Jahren durch Sammler begangen worden und zeichnet sich durch ein umfangreiches lithisches Fundmaterial der Einzelgrabgesellschaften zwischen 2800 und 2200 v. Chr. aus. Die Untersuchungen erfolgten systematisch durch fünf, bis zu 80 m lange, nebeneinanderliegende Grabungsschnitte. 

Fundstelle Westre

Es wurden aber keine neolithischen Befunde wie Gruben oder Pfostenverfärbungen aufgedeckt. Mehrere sich klar abzeichnende Strukturen im Boden stellten sich bei der Ausgrabung sowie durch den Bericht von anwesenden Anwohnern als Reste ehemaliger Feldbefestigungen des 20. Jahrhunderts in Form von Schützengräben heraus. Die Prospektion zeigte, dass keine weiteren Untersuchungen an dieser Fundstelle aussichtsreich wären, somit werden nun weitere potentielle jung- und spätneolithische Siedlungsplätze im Teilprojekt C1 auf ihr Potenzial geprüft.

Fotos: Jan Piet Brozio


01.11.2018

„Bohren und Messen“: Survey in Vráble, Slowakei

Stefan und Raphael

Während der ersten beiden Augustwochen führte das Teilprojekt G2 Feldarbeiten in Kooperation mit denTeilprojekten C2 und F2 in der Slowakei bei Vráble durch. Im Fokus stand eine Bohrkampagne mit Pürckhauer-Bohrern (22 mm Ø). Im Zuge dessen wurden verschiedene Längsgruben der linearbandkeramischen Siedlung hochauflösend abgebohrt. Der laterale Abstand für die hochauflösenden Messungen beträgt 25 cm. Es wurden 116 bis zu 2m tiefe Bohrlöcher manuell gebohrt. In den Bohrlöchern wurde die magnetische Suszeptibilität gemessen um eine quantifizierende Interpretation der magnetischen Prospektionen abzuleiten. Die Suszeptibilitätsverteilung im Abgleich mit der Beschreibung der Bohrkerne ermöglicht die Bestimmung von Tiefe und Form der Längsgruben.

Vrable Geophysik

 

Weiterhin wird grabungsbegleitend die Suszeptibilität an den archäologischen Profilen der Ausgrabungen bei Vlkas und Ulany dokumentiert. Dies liefert zusätzliche hochauflösende Suszeptibilitätsverteilungen, die direkt mit der archäologischen Dokumentation verglichen werden können.

Zudem wurde die Magnetik vom Fundplatz bei Vlkas vervollständigt. Es zeigte sich, dass die neolithische Siedlung ein größeres Areal umfasst als das moderne Dorf.

Fotos: 

Setzen von Bohrlöchern (Foto: Natalie Pickartz, CAU Kiel)

Abfahren der Fläche mit dem Geomagnetikwagen (Foto: Natalie Pickartz, CAU Kiel)

 


12.10.2018

Geomagnetik-Kampagne auf der spätneolithischen und kupferzeitlichen Anlage Monte da Contenda

Geomagnetik Portugal

Vom 10.-23- September dieses Jahres führte Teilprojekt F1 geomagnetische Untersuchungen in Monte da Contenda, Portugal, durch. Monte da Contenda ist eines von vielen in letzter Zeit entdeckten spätneolithischen und kupferzeitlichen Grabenwerken in der Region Alentejo.

Pfeilspitze Portugal

Frühere Untersuchungen eines der portugiesischen Projektpartner, Antonio Valera, hatten eine Reihe von runden und ovalen Strukturen enthüllt, aber auf Grund der Größe der Fläche war es bislang nicht möglich, die gesamte Ausdehnung der Anlage zu identifizieren. In diesem Sommer gelang es schließlich, ein Gesamtbild zu erstellen, das viele weitere Erdwerke und einige kleinere Strukturen aufdeckt. 

Anlagen wie Monte da Contenda sind wichtig, weil sie, ebenso wie Perdigões, Santa Vitória und Valencina de la Concepción, ein sehr interessantes Phänomen im Südwesten der Iberischen Halbinsel aufweisen, nämlich das abrupte Ende der Nutzung gegen Ende des 3. Jahrtausends. 

Um zu verstehen, wieso diese Grabenwerke inklusive ihrer wirtschaftlichen, sozialen und ideologischen Kultur plötzlich aufgegeben wurden, ist weiterhin umfangreiche Forschungen erforderlich. 

Fotos:
Abfahren der Fläche mit dem Geomagnetikwagen (Foto: Sebastian Schultrich
, CAU Kiel).

Pfeilspitze, an der Oberfläche gefunden (Foto: Artur Ribeiro, CAU Kiel).


02.10.2018

Sommerkampagne des Teilprojektes C2 in der Slowakei

C2 Slowakei 2018

Die diesjährige Grabungskampagne des SFB Teilprojektes C2 fand vom 30. Juli bis 7. September in der Slowakei an zwei Nachbarsiedlungen des bisherigen Hauptaugenmerks des Projekts, Vráble, statt.

C2 Slowakei 2018 Fund

Diese beiden Siedlungen, Uľany und Vlkas, waren bei vorherigen Kampagnen intensiv geophysikalisch prospektiert und begangen worden. Parallel zu den Ausgrabungen wurden in Zusammenarbeit mit dem Teilprojekt G2 die Prospektionen zu Ende geführt, so dass die Ausdehnung der Siedlungen relativ exakt mit 5,5 ha bzw. 10,5 ha angegeben werden kann. 

Außerdem wurde der Fundplatz Maña prospektiert. Hierbei zeigte sich, dass die dortige bandkeramische Besiedlung eigentlich aus mehreren Siedlungskernen besteht, die jeweils auf Bodenwellen situiert sind und lediglich eine Größe zwischen 1,5 und 2,5 ha aufweisen (insgesamt 5,5 ha). Neben vermutlich äneolithischen Häusern und undatierten Gräben wurde ferner ein bisher unbekannter, wohl bronzezeitlicher Ringgraben von 80 Metern Durchmesser entdeckt.

Die Ausgrabungen konzentrierten sich auf mehrere hausbegleitende Längsgruben, um mit Vráble vergleichbares Material zu gewinnen. Neben teilweise erheblichen Brandlehm- und Keramikmengen (Abb. 1) wurden auch einige aus Knochen angerfertige Artefakte (Abb. 2) aufgedeckt, die vielversprechende Ansätze für die weiteren Forschungen liefern.

Fotos:
Vlkas, Schnitt 15. Freilegung einer massiven Brandlehmpackung, die wiederum ein Scherbenpflaster bedeckte (ansatzweise sichtbar im Profil) (Foto: N. Müller-Scheeßel, CAU Kiel).

Kollektion von Knochenahlen aus Vlkas  (Foto: A. Heitmann, CAU Kiel).


21.09.2018

Hellenistisches Heiligtum: Archäologische und geographische Feldforschungen in Messene/Griechenland

Messene

Im August 2018 führte das Teilprojekt E3 in Zusammenarbeit mit der Society of Messenian Archaeological Studies und dem Heinrich Schliemann-Institut für Altertumskunde der Universität Rostock im Heiligtum der Artemis Limnatis in Messene eine vierwöchige Feldkampagne durch.

Messene Site

Das hellenistische Heiligtum der Artemis Limnatis liegt in markanter Spornlage am Hang des Ithome hoch über der Stadt Messene. In diesem Jahr wurden die Nebengebäude des Heiligtums zeichnerisch dokumentiert und Sondagen im Bereich des Nebengebäudes D und der Terrasse E durchgeführt, um deren Datierung und Nutzung klären zu können. Eine vom Lehrstuhl für Landschaftsökologie und Geoinformatik durchgeführte UAV-Befliegung diente der Erstellung eines topographischen Plans und einer Visualisierung des Geländes und ausgewählter Gebäude.
Auf der Grundlage der topographischen Visualisierungen und der Bauaufnahme der Gebäude kann nun die wechselseitige Beeinflussung von gebautem und natürlichem Raum in diesem für die Stadt Messene wichtigen Heiligtum untersucht werden.

Text: Stefan Feuser/Fotos: Torben Kessler


28.07.2018

Geophysikalische Feldarbeit: Späteiszeitlicher Fundplatz in Horsens

Horsens 1      Horsens 2

Zwischen dem 09. und 13. Juli führte das Teilprojekt G2 in Zusammenarbeit mit Teilprojekt B1 und dem Horsens Museum sowie dem dänischen Nationalmuseum geophysikalische Untersuchungen in der Nähe von Horsens (Dänemark) in verschiedenen Toteislöchern durch.
Geophysikalische Messungen

Dabei wurden multiple Methoden verwendet, bestehend aus elektrischer Widerstandstomographie (ERT), Bodenradar (GPR), elektromagnetischer Induktionsmessung (EMI), sowie zusätzlich Sedimentbohrungen und in-situ Messungen des elektrischen Widerstands an geologischen Aufschlüssen. Ziel war es, die Ergebnisse der geophysikalischen Untersuchungen direkt vor Ort mit der tatsächlichen Stratigraphie zu vergleichen, um sie noch besser verstehen zu können.  

In derselben Mikroregion fand bereits im Februar und März 2017 eine Grabung an einer spätglazialen Fundstelle durch das Teilprojekt B1 statt. In Zusammenarbeit mit dem Dänischen Nationalmuseum in Kopenhagen wird derzeit eine Sedimentsäule aus einem der Toteislöcher palynologisch untersucht.

Fotos und Text: S. Krüger


23.04.2018

Ausgrabung einer neolithischen Fundstelle durch das Teilprojekt C1

Magnetik      Oldenburg

Das langgestreckte Feuchtgebiet des heutigen Oldenburger Grabens in Ostholstein wurde vor 5000 Jahren durch einen Fjord geprägt, der sich anschließend zu einer Lagune wandelte. In dieser durch Insel und Halbinsel geprägten Landschaft sind eine Vielzahl von Siedlungsplätzen aus dem Mesolithikum und dem Neolithikum bekannt. Um eine hochauflösende Rekonstruktion der spätmesolithischen bis neolithischen Siedlungslandschaft und damit verbundenen Transformationsprozessen durchführen zu können, wurde im März 2018 ein Fundplatz am Randbereich des Oldenburger Grabens im Rahmen des Teilprojektes „Spätmesolithische und Neolithische Transformationen in der nordmitteleuropäischen Tiefebene“ untersucht. Der durch Oberflächen Funde bekannte Platz liegt in unmittelbarer Nähe zu einem im Sommer 2016 durch das Teilprojekt ausgegrabene jungneolithischen Fundplatz aus der Transformationsphase der Trichterbecher- zur Einzelgrabkultur um 2900 v.u.Z.

Neben einer Aufsuchung im Mesolithikum kann auf Grund der geborgenen Keramik gegenwärtig auch von einer neolithischen Nutzung des im März 2018 untersuchten Platzes ausgegangen werden. Neben der Ausgrabung erfolgten zeitgleich archäobotanische Untersuchungen zur Erfassung von organischen Makroresten aus den Befunden durch das Teilprojekt F3 „Dynamik der Pflanzenökonomie in prähistorischen und archaischen Gesellschaften“, um den damaligen Nahrungserwerb und entsprechende landwirtschaftliche Praktiken zu verstehen.

Fotos und Text: Jan Piet Brozio


31.01.2018

Teilprojekt D2: Letzte Geomagnetik in 2017

Magnetik

Eine Woche vor Weihnachten war das Teilprojekt  D2 auf der letzten Feldkampagne des Jahres. Ziel war die geophysikalische Untersuchung der spätneolithischen Siedlung (ca. 2900 v. Chr.) “Ebsdorfergrund-Wittelsberg 7”.  Die Siedlung liegt in einer Senke der deutschen Mittelgebirgszone. Zusammen mit drei Studierenden verlief die Geomagnetik erfolgreich. Mit dem Team erreichte auch der Winter Mitteldeutschland und brachte durch Schneefall und Ponys eine weihnachtliche Stimmung auf die Kampagne.

Der südöstliche Teil der Siedlung wurde bereits 1988 und 1990 ergraben. Einige Hausgrundrisse, Gruben und ein Grabensystem der Siedlung sind wichtige Hinweise für das Siedlungswesen der Wartbergkultur. Obwohl bereits in den 90ern eine geomagnetische Untersuchung statt fand, verblieben unter anderem Unklarheiten über Siedlungsausdehnung und den Verlauf des Grabensystems. Die Feldarbeiten des Teilprojktes D2 konnten darüber Klarheit schaffen und zusätzlich weitere Grubenhäuser entdecken.

Foto und Text: C. Drummer


18.12.2017

Geomagnetische Prospektionen: Teilprojekt C1 untersucht jungneolithische Siedlungsplätze in Schleswig-Holstein

gender-workshop      Geomagnetische Prospektionen

Im Rahmen der Forschungen von Teilprojekt C1 „Spätmesolithische und Neolithische Transformationen in der nordmitteleuropäischen Tiefebene“ wurden vom 12-13.12.2017 potentielle Siedlungen des Jungneolithikums (2850 – 2250 v. Chr.) in Westre (Nordfriesland) und Oldenburg (Ostholstein) geomagnetisch prospektiert. Die Siedlungsplätze sind im Vorfeld durch Sammleraktivitäten erkannt worden.

Der Übergang vom Mittel- zum Jungneolithikum, der im europaweiten Kontext mit der sogenannten Schnurkeramischen Kultur assoziiert und kontrovers diskutiert wird, ist einer der Forschungsschwerpunkte von Teilprojekt C1. Die Transition geht mit signifikanten Veränderungen in der materiellen sowie der immateriellen Kultur einher. Das Jungneolithikum ist in der Norddeutschen Tiefebene insbesondere durch zahlreiche Grabhügel repräsentiert. Diese noch heute in der Landschaft sichtbaren Monumente zeugen von tiefgreifenden Transformationen im Bestattungsritus: Einzelgräber in den Hügeln spiegeln die individuelle soziale Rolle der Verstorbenen wider. Damit steht diese Begräbnisform im starken Kontrast zu den Kollektivbestattungen in Megalithgräbern vorangegangener Epochen. Im Gegensatz zu den zahlreichen bekannten Bestattungen sind Siedlungsplätze des Jungneolithikums in der Norddeutschen Tiefebene eine absolute Rarität. Um die Transformationsprozesse im frühen dritten Jahrtausend v. Chr. zu verstehen, ist es erforderlich, auch Siedlungshinterlassenschaften aus dieser Umbruchsphase zu untersuchen. Für diese umfassenden Untersuchungen sollen die durchgeführten geomagnetischen Prospektionen vielversprechende Siedlungsplätze lokalisieren.

Text: S. Schultrich

Bilder: B. Breske, S. Schultrich


06.11.2017

Teilprojekt G2: Geophysikalische Prospektionen im Sommer 2017

 in-situ Widerstandsmessungen in Stolniceni       Bodenradarmessungen in Vráble

Von Mitte August bis Anfang Oktober führt das Teilprojekt G2 “Geophysikalische Prospektion, Klassifikation und Validierung von Siedlungsresten in sich ändernden Umgebungen” Messungen auf den archäologischen Fundstellen Vráble (Slowakei) in Kooperation mit Teilprojekt C2 und Stolniceni (Republik Moldau) sowie Maidanetske (Ukraine)  in Kooperation mit Teilprojekt D1 durch. Es wurde ein Multimethoden-Ansatz, bestehend aus den Methoden elektrische Widerstandstompgraphie (ERT), Bodenradar (GPR), elektromagnetische Induktionsmessungen (EMI) und Magnetik, verwendet um die Befunde der verschiedenen Fundstellen zu untersuchen. ERT, GPR und EMI wurden nicht nur auf der Erdoberfläche sondern auch in den offenen archäologischen Ausgrabungen angewandt. Darüber hinaus wurden in-situ Messungen des elektrischen Widerstands und der magnetischen Suszeptibilität auf der Erdoberfläche, in offnenen archäologischen Ausgrabungen und Pürckhauer-Bohrlöchern in Kooperation mit Teilprojekt F2 durchgeführt. Der Fokus der Kampagne lag auf der Erstellung von hochauflösenden multimethoden Datensätzen von archäologischen Schlüsselbefunden.

Bilder: In-situ Widerstandsmessungen in Stolniceni / Bodenradarmessungen in Vráble
Foto und Text: Natalie Pickartz


06.10.2017

Bohrungskampagne: Spätglazialen Fundplätze der Hamburger und Ahrensburger Kultur im Kreis Segeberg

 Grabungssituation Brodersby

Unweit der Ortschaft Nahe (Kreis Segeberg) fanden am Dienstag und Mittwoch (17.-18.10.) Bohrungen im Rahmen des Teilprojektes B1 statt. Der Bohrstandort liegt inmitten einer reichen archäologischen Fundlandschaft in unmittelbarer Nähe zu spätglazialen Fundplätzen der sogenannten Hamburger und Ahrensburger Kulturen. Die Träger der Hamburger Kultur waren Pioniere, die als erste Menschen Norddeutschland nach dem Rückzug der großen Inlandgletscher des letzten Kältemaximums besiedelten. Die Rentierjäger der Ahrensburger Kultur markieren am Übergang zum Holozän das Ende des Paläolithikums in Norddeutschland. Unter Mithilfe von Walter Dörfler (F2) und Jan Weber (E1) wurden an beiden Tagen insgesamt 34 m Sediment aus einem ehemaligen Schmelzwassersee gewonnen. Der Aufschluss der erbohrten Sedimentkerne ergab, dass in den untersten Kernabschnitten laminierte Ablagerungen des Spätglazials erhalten sind. Aus Voruntersuchungen von Hartmut Usinger Anfang der 2000er Jahre ist darüber hinaus bekannt, dass es sich in den tieferen Seeabschnitten generell um überwiegend ungestörte Sedimentationsbedingungen zur Zeit des späten Pleistozäns handelte. Dieser Umstand erlaubt diverse, auf Übergangsphasen fokussierte Analysen in hoher Auflösung. In den kommenden Wochen und Monaten werden die Sedimente mit palynologischen, geologischen und geochemischen Verfahren in den Teilprojekten B1, E1 und F2 untersucht.  Die zahlreichen Analysen werden dazu beitragen, die Mensch-Umwelt-Interaktion während des Spätglazials von verschiedenen Standpunkten aus zu beleuchten und helfen, archäologische Fragestellungen mit naturwissenschaftlichen Methoden zu beantworten.

Foto und Text: S. Krüger


06.10.2017

Neolithikum im Feuchtboden: Grabungen von Teilprojekt C1 in Brodersby-Schönhagen

Luftbild Brodersby      Grabungssituation Brodersby

An der Ostseeküste zwischen Kappeln und Eckernförde in Schleswig-Holstein finden gegenwärtig - im Anschluss an die Untersuchungen des jungsteinzeitlichen Siedlungsplatzes in Duvensee - weitere Ausgrabungen durch das Teilprojekt C1 statt. Die Fundstelle Brodersby-Schönhagen ist an drei Seiten von Feuchtgebieten umgeben und war im Neolithikum eine Insel oder Halbinsel in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Küstenverlauf der Ostsee. Der Siedlungsplatz wird von einer Kulturschicht bedeckt, die sich durch eine hohe Anzahl von Funden und Aktivitätsarealen, wie Werkplätzen für die Flintproduktion, auszeichnet. In den feuchten Randbereichen der ehemaligen Geländeerhöhung haben sich zudem Knochen und daraus hergestellte Werkzeuge erhalten. Das Fundmaterial umfasst gegenwärtig mehr als 2000 Artefakte. Verzierte Keramikscherben und Beile verweisen auf eine Einordnung des Siedlungsplatzes Brodersby-Schönhagen in den Zeitraum des Überganges vom Mittel- zum Jungneolithikum bzw. von der Trichterbecher- zur Einzelgrabkultur im dritten Jahrtausend v. Chr. Der Prozess gehört zu den die gesellschaftlichen Organisationen am stärksten verändernden Transformationen im norddeutschen und südskandinavischen Neolithikum und steht im Fokus von Projekt C1.

Fotos und Text: J. P. Brozio

 

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