SFB 1266 - TransformationsDimensionen

Feldarbeiten

 


13.09.2017

Funde im Torf: Ausgrabungen von Teilprojekt C1 im Duvenseer Moor

Luftbild Duvensee      Duvensee

Obgleich das Duvenseer Moor in Norddeutschland vor allem durch seine mesolithischen Fundplätze international bekannt ist, liegt auf einer ehemaligen Insel innerhalb des Feuchtgebietes einer der wenigen jungsteinzeitliche Siedlungsplätze der Einzelgrabkultur der Norddeutschen Tiefebene. Der bereits 1994 kleinräumig erfasste Siedlungsplatz Wohnplatz 15 wird gegenwärtig im Rahmen des Teilprojektes C1 untersucht. Zielsetzung der Ausgrabungen ist die Erfassung des Aufbaus und die räumliche Ausdehnung des Siedlungsplatzes. Bisher wurden über 1000 Funde dokumentiert. Beobachtete räumliche Konzentrationen von Artefakten in der Siedlungsfläche haben das Potenzial Werkplätze zu rekonstruieren, die auf Grund der Zusammensetzung unterschiedliche Abschnitte der chaîn opératoire von Flintgeräten nahelegen. Darüber hinaus verweisen eine Schleifplatte sowie Produktionsabfälle neben einer ad hoc Produktion auf die Herstellung größerer Geräte innerhalb der Siedlung, wie beispielsweise Beile. Trotz der hohen Fundanzahl ist dem Siedlungsplatz auf Grund fehlender Baustrukturen eine saisonale Nutzung zu unterstellen. Der Fundplatz gehört damit zu einer Kategorie von Siedlungsplätzen, die vor 4500 Jahren gezielt in Feuchtgebieten in der Norddeutschen Tiefebene aufgesucht wurden.


13.09.2017

Teilprojekt E3 ergründet hellenistische Landschaften in Griechenland

Ascepieion of Kos      Sanctuary of Athena Lidia

Asja Müller, Mitarbeiterin im Teilprojekt E3, bereist derzeit für drei Wochen die griechischen Inseln, um Befundstudien zur landschaftlichen Einbettung hellenistischer Architekturen vorzunehmen. Das Projekt soll ergründen, wie im Hellenismus eine neue Architektur-Landschafts-Interaktion entstand. Im Zuge dieser Interaktion wurden gezielt spannungsvolle landschaftliche Situationen ausgewählt und umgestaltet, um in der Wahrnehmung des antiken Besuchers eine entsprechende Reaktion hervorzurufen. Dabei wurde gleichermaßen Architektur an Landschaft angepasst, wie auch Landschaft an Architektur. Der Funktionstypus des Heiligtums steht dabei im Fokus, da er sich als ausgesprochen vielversprechend für die vorliegende Forschungsfrage erwiesen hat.

Im Kontext dieser Forschungsarbeit besuchte Asja Müller verschiedene archäologischen Stätten auf den Inseln Thasos, Samothrake, Kos, Rhodos, Kreta, Thera und Paros. Zurzeit ist sie auf Tenos, um das dortige Poseidonheiligtum in Augenschein zu nehmen. Kurz vor ihrer Rückkehr nach Kiel wird sie sich den Heiligtümern von Delos bei Mykonos widmen.

Fotos: A. Müller


11.09.2017

Siedlungen der Linienbandlkeramik: Ausgrabungen von Teilprojekt C2 in der Slowakei

Feldarbeiten in Ungarn

Die diesjährige Grabungskampagne des Teilprojekts C2 „Dynamik von Siedlungskonzentration und Landnutzung in frühen sesshaften Gemeinschaften des Nordwestlichen Karpartenbeckens“ mit TeilnehmerInnen aus Deutschland, der Slowakei und den USA konzentriert sich auf zwei Durchlässe durch die Umwehrung der südwestlichen Siedlung und die nächstliegenden Häuser. Unter architektursoziologischen Gesichtspunkten ist die Positionierung der Durchlässe hochinteressant, da sie ausdrücklich von den beiden anderen Siedlungen von Vráble abgewandt scheinen.

Die bisherigen Ergebnisse deuten auf eine wesentlich komplexere Anlage der Durchlässe hin, als bislang auf der Grundlage der magnetischen Untersuchungen vermutet worden war. Zudem fanden sich in dem offenbar mehrphasigen Graben überraschend viele menschliche Knochen sowie mindestens zwei formale Bestattungen mit Keramikbeigabe, mehr deuten sich bereits in dem Baggerplanum in der Form von Knochen an.

Die ersten Grabungswochen wurden von intensiven Prospektionen des Teilprojekts G2 (Geophysik) in den abgeschobenen Flächen begleitet, weiter sind die Teilprojekte F2 (Bodenkunde) sowie F3 (Botanik) durch vertiefende naturwissenschaftliche Untersuchungen beteiligt.

(Foto: Übersicht über die Schnitte 21 und 22.)


07.09.2017

„Kakucs“: Archäologische Expedition in Ungarn 2017         

Feldarbeiten in Ungarn

In diesem Jahr konzentrierte sich die archäologische Expedition in Kakucs auf die Untersuchung von Aktivitätsmustern der Siedlung, die nicht im direkten Zusammenhang mit Haushaltshaltung stehen. Nachdem im Jahr 2016 die Freilegung der Hausbereiche durchgeführt wurden, ist es Ziel der diesjährigen Kampagne eine kohärente Sicht auf die Siedlungspraktiken der Mittelbronzezeit (2000-1450 v. Chr.) im ungarischen Teil des Karpatenbeckens zu entwickeln.

Den Untersuchungen wurde eine Auswahl von Aktivitätsbereichen auf der Basis geomagnetischer Bilder vorausgegangen, gefolgt von der Gewinnung von Bohrprofilen potentiell archäologischer Anomalien. Auf Basis dieser Informationen wurden vier Gräben ausgewählt, die die vielversprechendsten Ergebnisse brachten. Neben der Erforschung chronologischer Fragen soll untersucht werden, welche Strukturen auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen sind, die außerhalb der Häuser stattfanden. Hierbei wird besonderes Augenmerk auf die materielle Kultur und ihr Bezug zur Pflanzenverarbeitung im 2. Jahrtausend v.u.Z. gelegt. Die Analyse botanischer Makroreste ist Teil der Dissertation von Sonja Filatova, Doktorandin im Teilprojekt F3 „Dynamik der Pflanzenökonomie in prähistorischen und archaischen Gesellschaften“.

Die Grabungen werden seit 2015 in Kooperation mit dem Institut für Ur- und Frühgeschichte und der Graduiertenschule „Human Development in Landscapes“ der CAU Kiel sowie der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und der Adam-Mickiewicz-Universität Posen durchgeführt. Die Ausgrabung eines mittelbronzezeitlichen Hauses der Vatya-Kultur (1913 – 1527 cal. BCE)  wurde Anfang September 2016 erfolgreich abgeschlossen.

(Fotos: R. Staniuk, Graduate School “Human Development in Landscapes”)


06.09.2017

Aktuelle Grabungen in Mang de Bargen     

Feldarbeiten in Mang de Bargen

Die aktuelle Grabung von Teilprojekt D3 „Die Bronzezeit in Nordmitteleuropa: Skalen der Transformation“ liegt zwischen den Hügeln („Mang de Bargen“) in Schleswig-Holstein, Kreis Segeberg: Nomen es Omen. Zusammen mit den Geophysikern von Teilprojekt G2 suchen wir nach bronzezeitlichen Grabhügeln und Siedlungen in der Umgebung. Mithilfe des Baggers haben wir eine Fläche fast in der Größe eines halben Fußballfeldes geöffnet. Einen Hügel konnten wir lokalisieren und sind schon gespannt was uns in seiner Mitte erwartet. Der zweite Hügel erwies sich als Fehlschlag, aber erbrachte andere interessante Befunde. Es bleibt spannend. Neben Gruben und Steinsetzungen und Steinpflastern fanden wir die Spuren alter Bäume, die einstmals den Grabhügel umrundeten. Funde sind bislang rar und so freuen sich die Studierenden, wenn sie eine der seltenen Scherben finden. Nun gilt es die großen Flächen zu dokumentieren und die Gruben weiter zu untersuchen.

(Fotos: J. Kneisel)


 

 

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