SFB 1266 - TransformationsDimensionen

Feldarbeiten


02.04.2020

Fortsetzung der Grabung und paläoökologische Untersuchungen am Fundplatz Dobbin 2020, Mecklenburg-Vorpommern

Planum mit großer flacher Grube im Vordergrund

Die Grabungen am bronzezeitlichen Fundplatz von Dobbin werden vom Subprojekt D3 durchgeführt. Schon im Sommer 2019 und Herbst 2019 fanden Grabungen statt.

Im Frühjahr 2020 wurde der Schnitt des Vorjahres nach Norden und Westen erweitert auf 125 m2, um das westliche Ende des Hausareales zu erfassen. Bei wechselhaftem Wetter von Regen und Hagel bis hin zu Sturm und Sonnenschein gelang es den Hausgrundriss des Vorjahres zu vervollständigen.

Auch westlich des Hauses war die Kulturschicht noch bis zu 20cm erhalten (Abb. 1) und enthielt viele verrollte Scherben und Abschläge. Ein schön bearbeiteter Klopfstein war darunter. In der Fläche fanden sich zahlreiche Pfostenlöcher und drei Silogruben (Abb. 2). In einer hatte sich noch der Negativabdruck des Korbgeflechtes im anstehenden Boden erhalten (Abb. 3). Interessant war im Westen der Fläche eine flache Grube von 3,5m Breite, deren unterer Bereich aus einer 10cm dicken holzkohlehaltigen Schicht bestand (Abb. 4).

Georadarmessung der Geophysiker vom Projekt G2Neben der Ausgrabung konnte das benachbarte Feld magnetisch untersucht und prospektiert werden. Ziel der Untersuchung war es das Zentrum der Siedlung zu lokalisieren. Zusätzlich untersuchten die Geophysiker der Universität Kiel vom Subprojekt G2 die archäologisch untersuchte Fläche vor dem Abtiefen mit dem Georadar (Abb. 5).

Tag der Offenen TürRegen Zuspruch fand der Tag der Offenen Tür (Abb. 6), organisiert vom Heimatverein „Kiek in‘t Land“ Below mit anschließendem Vortrag bei Kaffee, Kuchen und Würstchen (Abb. 7), die Schweriner Volkszeitung berichtete (Downloadversion).

Abb. 1-5: J. Kneisel; Abb. 6-7: D. Bradke

 

Paläoökologische Untersuchungen

Vorbereitung des BohrersAm 11.3.2020 ging es für Forscher*innen des Subprojekts F2, bei strahlendem Sonnenschein, zur Feldarbeit nach Dobbin. Ziel war das Erbohren einer Sedimentkernsequenz im Umfeld der archäologischen Ausgrabungen des Subprojektes D3. In einer nahegelegenen, c. 200m von den Ausgrabungsflächen entfernten, Niederung ließen Prospektionsbohrungen im Oktober letzten Jahres auf c. 6m mächtige Seesediment und Torfablagerungen erwarten. Diese haben sich seit dem Ende der letzten Eiszeit dort abgelagert und bieten die Möglichkeit der Rekonstruktion der lokalen Vegetations- und Landnutzungsgeschichte der bronzezeitlichen Siedlung durch palynologische und sedimentologische Analysen.

Foto: K. Schöps

 


 

18.03.2020

Experimenteller Getreideanbau im Archäologisch-Ökologischen Zentrum Albersdorf (AÖZA), Dithmarschen

Aussaat-des-Sommergetreides-im-Archaeologisch-Oekologischen-Zentrum-Albersdorf

Bevor es für die Archäobotanikerinnen vom Institut für Ur- und Frühgeschichte Corona-bedingt ins Home-Office ging, wurde noch zügig die alljährliche Aussaat im Archäologisch-Ökologischen Zentrum Albersdorf (AÖZA) vollzogen. Mit der fleißigen Unterstützung zweier Mitarbeiter des Dithmarscher Steinzeitparks konnten neolithische Kulturpflanzen wie Einkorn, Emmer, Nacktgerste und in diesem Jahr auch Hartweizen als Sommergetreide ausgebracht werden. Die nordische Bronzezeit wird auf der Versuchsfläche zusätzlich repräsentiert mit gängigen Vertretern wie der Rispenhirse, dem ölhaltigen Leindotter und der eiweißreichen Saubohne. Lein und Rispenhirse werden jedoch erst Ende April eingesät. Die jeweiligen Kulturpflanzen werden zum Vergleich auf einer gedüngten sowie einer Fläche ohne Rinderdung angebaut. Leider fiel die Ernte im letzten Jahr durch starken Verbiss von Rehen und Kaninchen komplett aus. Das Thema des diesjährigen Anbaus ist daher „Schutz vor Tierfraß“. Um die Tiere aus der Fläche herauszuhalten, haben die Mitarbeiter*innen des AÖZA rund um die Anbaufläche einen dichten Zaun mit Pforte installiert, selbstverständlich aus natürlichen Materialien wie Weidenzweigen, Bast und Leder. Eine mit Knochen und anderen im Neolithikum verfügbaren lärmenden Objekten bestückte Fadenkonstruktion über dem Feld soll als Klanginstallation zudem auch Vögel vertreiben. Die neuen Konstruktionen bringen außerdem neue Aspekte zum Anbau ein: Den Schutz der Pflanzen vor Wind und eine mögliche Beschattung in den Randbereichen der Fläche. Wir danken den fleißigen Helfer*innen des AÖZA sehr für die kreative und tatkräftige Unterstützung!


08.11.2019

Grabung (D3-Projekt) Dobbin 2019, Mecklenburg-Vorpommern

Ausgrabung am Fundplatz Dobbin 2019, Mecklenburg-Vorpommern

Die diesjährige Grabungskampagne fand in Kooperation mit dem Landesamt für Kultur und Denkmalpflege Mecklenburg-Vorpommern im Spätherbst statt. Trotz regelmäßiger Schauer und Starkregen war die Stimmung ausgezeichnet. Die jungbronzezeitliche Fundstelle war bereits im Jahre 2011 bei Untersuchungen zur Gastrasse entdeckt und entlang der Trasse untersucht worden. Sie liegt auf einer Moränenkuppe zwischen zwei Seen, von denen der nordöstliche heute verlandet ist.

Ausgrabung am Fundplatz Dobbin 2019, Mecklenburg-VorpommernEin kleiner Schnitt, nördlich an die Trasse anschließend, erbrachte dieses Jahr über 130 Befunde, meist Pfostenlöcher, und 4 Silogruben. Im Planum ließ sich deutlich ein Grundriss erkennen, der sich in der Trasse fortsetzt und zu mindestens einem Haus gehört. Die darüberliegende Kulturschicht enthielt zahlreich Keramik, war aber durch den modernen Pflug gestört. Die bereits 2011 gefundene Gussform wurde dieses Jahr durch ein Fragment eines Gusstiegels ergänzt und belegt die lokale Metallproduktion. Fragmente eines Schleifsteins, Klopfsteine und das Fragment einer bronzenen Armspirale zeugen von einer gutsituierten Siedlung. Die für diese Zeit eher ungewöhnliche Ansammlung von Pfostenkonzentrationen und kleinen Grubenarealen spricht für einen kleinen Weiler. Ergänzt wurde das Grabungsteam durch die BotanikerInnen des Teilprojektes F3, die Bodenproben auf verkohlte Getreidereste und Holzkohle hin untersuchen. Ferner wurde durch das Teilprojekt F2 aus dem verlandeten Dobbiner See ein Bohrkern für die Pollenanalyse entnommen.

Zeitraum: 07.-20.10.2019

Ausgrabung am Fundplatz Dobbin 2019, Mecklenburg-Vorpommern 

Abb. 1-3: Ausgrabungsarbeiten am Fundplatz Dobbin im Spätherbst 2019.


29.07.2019

D3-Feldkampagne 2019: Ausgrabungen am bronzezeitlichen Fundort Dobbin

SFB1266 Bornhöved Grabungsfoto

Abb.1: Dokumentation eines Pfostenloches an einem Grabhügel in Bornhöved, Kr. Segeberg im Jahre 2018. (Foto S. Jagiolla)

Das Teilprojekt D3 startet neue archäologische und paläoumweltwissenschaftliche Untersuchungen an einem bereits bekannten Fundplatz in Mecklenburg-Vorpommern. Der Fundplatz Dobbin, Lkr. Ludwigslust-Parchim wurde bereits während einer Trassenuntersuchung im Jahre 2011 entdeckt und partiell ausgegraben. Er weist jungbronzezeitliches Material und interessante Siedlungsstrukturen auf, die auf eine weilerähnliche Ansiedlung schließen lassen. Ziel ist es, die angeschnittenen Hausgrundrisse zu vervollständigen, um den Verlauf der Siedlungsprozesse in dieser Region besser beschreiben zu können.

Mit dem benachbarten Pollenarchiv des Woseriner Sees ist es möglich, über die Umweltdaten die Landschaft zu rekonstruieren und mit dem Verlauf der lokalen Besiedlungsgeschichte zu vergleichen. Wie groß waren ihre Felder und Weideflächen und wie dicht war der Wald? Die zahlreichen Abfallgruben versprechen zudem reiches Fundmaterial, nicht nur für die Rekonstruktion der Alltagsgegenstände, sondern auch für weitere botanische Analysen, die Aufschluss über die Subsistenz und Ernährung in der Bronzezeit geben. In diesem zweiten Teil des Transekt bewegen wir uns von Schleswig-Holstein weiter nach Osten, um die unterschiedlichen Abläufe von Siedlungs- und Landschaftsprozessen während der Bronzezeit in Nordeuropa besser zu verstehen sowie die Transformationen in der Gesellschaft und Umwelt besser nachvollziehen zu können. Geländeprospektion und geophysikalische Surveys begleiten die Untersuchungen vor Ort.

Zeitraum: 07.-20.10.2019 und Frühjahr 2020

SFB1266 Bornhöved Grabungsfoto
Abb.2: Ausgrabungsmaterial bereit für die Arbeit. (Foto S. Jagiolla)

SFB1266 Bornhöved Grabungsfoto
Abb.3: Besucher informieren sich über die Ausgrabungen im Jahr 2018 in Bornhöved, Kr. Segeberg. (Foto S. Jagiolla)


17.07.2019

Ausgrabungen in der Mega-Site Stolnicieni im August 2019!

Keramikfunde aus Stolniceni 2017 (Foto: Sara Jagiolla, UFG)

Abb. 1: Keramikfunde aus Stolniceni 2017. (Foto: S. Jagiolla, UFG)

Diesen Sommer finden seitens des  SFB 1266 Ausgrabungen in der moldawischen Großsiedlung Stolnicieni statt! Das D1 Team wird dabei interdisziplinär zusammen mit den moldawischen Projektpartnern in der Großsiedlung Hinterlassenschaften von Häusern und Wegesystemen ausgraben. Von besonderem Interesse sind drei mächtige Gruben, die zu drei unterschiedlich großen Häusern gehören (3950-3700 BCE). Aus den Hinterlassenschaften erhoffen wir uns Hinweise auf die Rolle, die unterschiedlich große Haushalte in Transformationsprozessen der Spät-Tripolye-Zeit spielten. Die Grabungen finden im August und September statt.

Zeitraum: August and September 2019


 

 

 

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