SFB 1266 - TransformationsDimensionen

Archiv Feldarbeiten


16.07.2019

Sondagegrabungen an spätneolithischen Fundorten in Parchim-Löddigsee des Teilprojektes C1 beginnen im August 2019

Blick auf die oberflächlich sichtbare Grabungsfläche aus den späten 1980er Jahren in Parchim-Löddigsee.

Abb. 1: Blick auf die oberflächlich sichtbare Grabungsfläche aus den späten 1980er Jahren in Parchim-Löddigsee.

Im August 2019 werden durch das Teilprojekt C1, neben den Ausgrabungen eines Brandgräberfeldes des 3. Jahrtausends bei Brunau in der Altmark, Kreis Salzwedel, Sondagegrabungen in Parchim-Löddigsee, Mecklenburg-Vorpommern durchgeführt. Das Gebiet des Parchim-Löddigsee ist ein heute größtenteils verlandeter See, im späten Neolithikum hingegen eine durch Inseln und Halbinseln geprägte Flusslandschaft. Neben einer jungslawischen Feuchtbodensiedlung wurde in den späten 1980er Jahren ein neolithischer Platz aus dem Zeitraum zwischen 2900 bis 2600 v. Chr. untersucht. Dieser zeichnete sich durch seine außerordentlichen Erhaltungsbedingungen aus. So konnten, neben Holzartefakten und Geräten aus Geweih und Knochen, allein über 17.000 Tierknochen geborgen werden.

Im Rahmen des Teilprojektes C1 werden in Parchim-Löddigsee Sondagegrabungen an zwei Fundstellen vorgenommen: Einerseits erfolgen eine Re-Lokalisierung der Altgrabungsflächen und eine Prüfung der Ausdehnung sowie der Erhaltungsbedingungen der Fundstelle. Andererseits soll Hinweisen auf einen weiteren Siedlungsplatz nachgegangen werden. Hierbei handelt es sich um einem ca. 500 m entfernten Fundplatz unbekannter Ausdehnung und Funktion, der vor ca. 30 Jahren durch Meliorationsarbeiten entdeckt wurde. Aufgrund der zu erwartenden hervorragenden Erhaltungsbedingungen erfolgen parallel zur Ausgrabung archäobotanische und palynologische Untersuchungen durch die Teilprojekte F2 und F3.

Zeitraum: 05.-30.08.2019


15.07.2019

Diesjährige archäologischen Felduntersuchungen des Teilprojektes C1 beginnen im August auch am jung- und endneolithischen Fundort Brunau

Profilfoto mit einer Urne des Gräberfeldes Brunau „Fuchsberge“.

Abb. 1: Profilfoto mit einer Urne des Gräberfeldes Brunau „Fuchsberge“.

Neben Sondageuntersuchungen im Bereich einer jungneolithischen Feuchtbodensiedlung bei Parchim-Löddigsee in Mecklenburg-Vorpommern, wird im Rahmen des Teilprojektes C1 in diesem Jahr zudem die Untersuchung eines ebenfalls jungneolithischen Urnengräberfeldes bei Brunau in der Altmark stattfinden. Die Altmark, gelegen im nördlichen Sachsen-Anhalt, stellt den südlichsten Bereich des Arbeitsgebietes in der Norddeutschen Tiefebene dar.

Während des Jung- und Endneolithikums wird diese Region von unterschiedlichen kulturellen Phänomenen geprägt. Das bereits durch eine Notgrabung teiluntersuchte Brandgräberfeld bei Brunau kann anhand der typologischen Einordnung der Gefäße sowie durchgeführter Radiokarbonanalysen der späten Einzelgrabkultur (2300-2150 v. Chr.) zugeordnet werden. Die Verbindung der Brandbestattung mit Einzelgrabkeramik ist eher untypisch, da letztere vielmehr mit Einzelbestattungen in oder unter Grabhügeln in Verbindung gebracht wird. In der Mehrheit sind Brandbestattungen zu dieser Zeit jedoch kennzeichnend für die in der östlichen Altmark verbreiteten Schönfelder Gruppe, so dass im altmärkischen Raum zu dieser Zeit ein starker gegenseitiger Einfluss beider Phänomene bezüglich der Bestattungssitten beobachtet werden kann.

Zeitraum: 12.-30.08.2019


14.07.2019

Diesjährige Archäologische Feldforschungen des Teilprojektes B2 an mesolithischen Fundorten im Duvenseer Moor beginnen im August 2019

Ausgrabungen in 2018 des Fundplatzes Duvensee WP 10.

Abb. 1: Ausgrabungen in 2018 des Fundplatzes Duvensee WP 10.

Die archäologischen Feldforschungen des Teilprojektes B2 konzentrieren sich in diesem Jahr auf drei mesolithische Fundplätze am Duvenseer Moor, bei denen die Erhaltungsbedingungen in der ehemaligen Uferzone geprüft werden soll. Hier finden sich in der Regel Nahrungsreste der mittelsteinzeitlichen Menschen, die neben Transformationen in der Ernährung auch Hinweise auf die Umwelt zum Besiedlungszeitpunkt geben können.

Das Duvenseer Moor ist eine der wichtigsten Fundregionen für das Mesolithikum Norddeutschlands. Dies nicht nur wegen den außerordentlichen Erhaltungsbedingungen, sondern auch wegen der großen Anzahl an Fundplätzen. Besondere Aufmerksamkeit bekommen die Plätze im Duvenseer Moor in der Regel, wenn es um die Ernährungsweise in der frühen Mittelsteinzeit geht. Klaus Bokelmann, der seit den späten 1960er Jahren bis 2001 in dem Moor Ausgrabungen durchgeführt hat, konnte diverse Fundstellen mit großen Mengen gerösteten Haselnüssen und umfangreichen lithischen Inventaren freilegen.

Zeitraum: 05.-30.08.2019


13.07.2019

Geophysikalische Prospektionen des Teilprojektes D1 in Bordos in Serbien beginnen Sommer 2019

Geophysikalische Prospektion Bordos 2014

Abb. 1: Geophysikalische Prospektion in Bordos 2014.

Im Fokus einer Prospektionskampagne des Teilprojektes D1 stehen spätneolithische Siedlungen der ersten Hälfte des 5. Jahrtausend am Unterlauf der Theiß in Serbien. Die Untersuchungsregion an der Schnittstelle von Pannonischer Tiefebene und der balkanischen Mittelgebirge und von Vinča und Theiß-Gesellschaften verzeichnete zwischen 5200 und 4700 v.u. Z. einen starken Trend zur Bevölkerungsagglomeration in komplexen Großsiedlungen mit Tells und Flachsiedlungen und zu einer multi-regionalen Vernetzung. Die Siedlung Borđoš weist hinsichtlich ihres räumlichen Layouts Analogien zu Tripolye-Siedlungen auf, die möglicherweise auf ähnlichen sozialen und ökonomischen Konfigurationen beruhen.

Bei den in Kooperation mit dem Museum der Vojvodina Novi Sad und der Universität Oslo durchgeführten geophysikalisch-magnetometrischen Prospektionen und Testgrabungen geht es darum, auf regionaler Ebene auszuloten, wie singulär solche komplexen zentralen Siedlungen sind, inwieweit sich ihre Einzugsbereiche bzw. Territorien rekonstruieren lassen und die zugrunde liegende regionale Siedlungsdynamik rekonstruiert werden kann.

Zeitraum 22.07.–11.08.2019


 

25.03.2019

Evaluation der jungneolithischen Fundstelle Westre für weitere Untersuchung durch das Teilprojekt C1

Fundstelle Westre

Die Lokalisierung und Untersuchungen von Siedlungsplätzen des dritten vorchristlichen Jahrtausends in der norddeutschen Tiefebene stehen im Fokus des Teilprojektes C1 Spätmesolithische und Neolithische Transformationen in der nordmitteleuropäischen Tiefebene. In diesem Rahmen erfolgten im März 2019 archäologische Voruntersuchungen in Westre bei Flensburg im Kreis Nordfriesland in unmittelbarer Nähe zur deutsch-dänischen Grenze. Der Fundplatz war schon seit mehreren Jahren durch Sammler begangen worden und zeichnet sich durch ein umfangreiches lithisches Fundmaterial der Einzelgrabgesellschaften zwischen 2800 und 2200 v. Chr. aus. Die Untersuchungen erfolgten systematisch durch fünf, bis zu 80 m lange, nebeneinanderliegende Grabungsschnitte. 

Fundstelle Westre

Es wurden aber keine neolithischen Befunde wie Gruben oder Pfostenverfärbungen aufgedeckt. Mehrere sich klar abzeichnende Strukturen im Boden stellten sich bei der Ausgrabung sowie durch den Bericht von anwesenden Anwohnern als Reste ehemaliger Feldbefestigungen des 20. Jahrhunderts in Form von Schützengräben heraus. Die Prospektion zeigte, dass keine weiteren Untersuchungen an dieser Fundstelle aussichtsreich wären, somit werden nun weitere potentielle jung- und spätneolithische Siedlungsplätze im Teilprojekt C1 auf ihr Potenzial geprüft.

Fotos: J.P. Brozio


01.11.2018

„Bohren und Messen“: Survey in Vráble, Slowakei

Stefan und Raphael

Während der ersten beiden Augustwochen führte das Teilprojekt G2 Feldarbeiten in Kooperation mit denTeilprojekten C2 und F2 in der Slowakei bei Vráble durch. Im Fokus stand eine Bohrkampagne mit Pürckhauer-Bohrern (22 mm Ø). Im Zuge dessen wurden verschiedene Längsgruben der linearbandkeramischen Siedlung hochauflösend abgebohrt. Der laterale Abstand für die hochauflösenden Messungen beträgt 25 cm. Es wurden 116 bis zu 2m tiefe Bohrlöcher manuell gebohrt. In den Bohrlöchern wurde die magnetische Suszeptibilität gemessen um eine quantifizierende Interpretation der magnetischen Prospektionen abzuleiten. Die Suszeptibilitätsverteilung im Abgleich mit der Beschreibung der Bohrkerne ermöglicht die Bestimmung von Tiefe und Form der Längsgruben.

Vrable Geophysik

 

Weiterhin wird grabungsbegleitend die Suszeptibilität an den archäologischen Profilen der Ausgrabungen bei Vlkas und Ulany dokumentiert. Dies liefert zusätzliche hochauflösende Suszeptibilitätsverteilungen, die direkt mit der archäologischen Dokumentation verglichen werden können.

Zudem wurde die Magnetik vom Fundplatz bei Vlkas vervollständigt. Es zeigte sich, dass die neolithische Siedlung ein größeres Areal umfasst als das moderne Dorf.

Fotos: 

Setzen von Bohrlöchern (Foto: Natalie Pickartz, CAU Kiel)

Abfahren der Fläche mit dem Geomagnetikwagen (Foto: Natalie Pickartz, CAU Kiel)

 


12.10.2018

Geomagnetik-Kampagne auf der spätneolithischen und kupferzeitlichen Anlage Monte da Contenda

Geomagnetik Portugal

Vom 10.-23- September dieses Jahres führte Teilprojekt F1 geomagnetische Untersuchungen in Monte da Contenda, Portugal, durch. Monte da Contenda ist eines von vielen in letzter Zeit entdeckten spätneolithischen und kupferzeitlichen Grabenwerken in der Region Alentejo.

Pfeilspitze Portugal

Frühere Untersuchungen eines der portugiesischen Projektpartner, Antonio Valera, hatten eine Reihe von runden und ovalen Strukturen enthüllt, aber auf Grund der Größe der Fläche war es bislang nicht möglich, die gesamte Ausdehnung der Anlage zu identifizieren. In diesem Sommer gelang es schließlich, ein Gesamtbild zu erstellen, das viele weitere Erdwerke und einige kleinere Strukturen aufdeckt. 

Anlagen wie Monte da Contenda sind wichtig, weil sie, ebenso wie Perdigões, Santa Vitória und Valencina de la Concepción, ein sehr interessantes Phänomen im Südwesten der Iberischen Halbinsel aufweisen, nämlich das abrupte Ende der Nutzung gegen Ende des 3. Jahrtausends. 

Um zu verstehen, wieso diese Grabenwerke inklusive ihrer wirtschaftlichen, sozialen und ideologischen Kultur plötzlich aufgegeben wurden, ist weiterhin umfangreiche Forschungen erforderlich. 

Fotos:
Abfahren der Fläche mit dem Geomagnetikwagen (Foto: Sebastian Schultrich
, CAU Kiel).

Pfeilspitze, an der Oberfläche gefunden (Foto: Artur Ribeiro, CAU Kiel).


02.10.2018

Sommerkampagne des Teilprojektes C2 in der Slowakei

C2 Slowakei 2018

Die diesjährige Grabungskampagne des SFB Teilprojektes C2 fand vom 30. Juli bis 7. September in der Slowakei an zwei Nachbarsiedlungen des bisherigen Hauptaugenmerks des Projekts, Vráble, statt.

C2 Slowakei 2018 Fund

Diese beiden Siedlungen, Uľany und Vlkas, waren bei vorherigen Kampagnen intensiv geophysikalisch prospektiert und begangen worden. Parallel zu den Ausgrabungen wurden in Zusammenarbeit mit dem Teilprojekt G2 die Prospektionen zu Ende geführt, so dass die Ausdehnung der Siedlungen relativ exakt mit 5,5 ha bzw. 10,5 ha angegeben werden kann. 

Außerdem wurde der Fundplatz Maña prospektiert. Hierbei zeigte sich, dass die dortige bandkeramische Besiedlung eigentlich aus mehreren Siedlungskernen besteht, die jeweils auf Bodenwellen situiert sind und lediglich eine Größe zwischen 1,5 und 2,5 ha aufweisen (insgesamt 5,5 ha). Neben vermutlich äneolithischen Häusern und undatierten Gräben wurde ferner ein bisher unbekannter, wohl bronzezeitlicher Ringgraben von 80 Metern Durchmesser entdeckt.

Die Ausgrabungen konzentrierten sich auf mehrere hausbegleitende Längsgruben, um mit Vráble vergleichbares Material zu gewinnen. Neben teilweise erheblichen Brandlehm- und Keramikmengen (Abb. 1) wurden auch einige aus Knochen angerfertige Artefakte (Abb. 2) aufgedeckt, die vielversprechende Ansätze für die weiteren Forschungen liefern.

Fotos:
Vlkas, Schnitt 15. Freilegung einer massiven Brandlehmpackung, die wiederum ein Scherbenpflaster bedeckte (ansatzweise sichtbar im Profil) (Foto: N. Müller-Scheeßel, CAU Kiel).

Kollektion von Knochenahlen aus Vlkas  (Foto: A. Heitmann, CAU Kiel).


21.09.2018

Hellenistisches Heiligtum: Archäologische und geographische Feldforschungen in Messene/Griechenland

Messene

Im August 2018 führte das Teilprojekt E3 in Zusammenarbeit mit der Society of Messenian Archaeological Studies und dem Heinrich Schliemann-Institut für Altertumskunde der Universität Rostock im Heiligtum der Artemis Limnatis in Messene eine vierwöchige Feldkampagne durch.

Messene Site

Das hellenistische Heiligtum der Artemis Limnatis liegt in markanter Spornlage am Hang des Ithome hoch über der Stadt Messene. In diesem Jahr wurden die Nebengebäude des Heiligtums zeichnerisch dokumentiert und Sondagen im Bereich des Nebengebäudes D und der Terrasse E durchgeführt, um deren Datierung und Nutzung klären zu können. Eine vom Lehrstuhl für Landschaftsökologie und Geoinformatik durchgeführte UAV-Befliegung diente der Erstellung eines topographischen Plans und einer Visualisierung des Geländes und ausgewählter Gebäude.
Auf der Grundlage der topographischen Visualisierungen und der Bauaufnahme der Gebäude kann nun die wechselseitige Beeinflussung von gebautem und natürlichem Raum in diesem für die Stadt Messene wichtigen Heiligtum untersucht werden.

Text: Stefan Feuser/Fotos: Torben Kessler


28.07.2018

Geophysikalische Feldarbeit: Späteiszeitlicher Fundplatz in Horsens

Horsens 1      Horsens 2

Zwischen dem 09. und 13. Juli führte das Teilprojekt G2 in Zusammenarbeit mit Teilprojekt B1 und dem Horsens Museum sowie dem dänischen Nationalmuseum geophysikalische Untersuchungen in der Nähe von Horsens (Dänemark) in verschiedenen Toteislöchern durch.
Geophysikalische Messungen

Dabei wurden multiple Methoden verwendet, bestehend aus elektrischer Widerstandstomographie (ERT), Bodenradar (GPR), elektromagnetischer Induktionsmessung (EMI), sowie zusätzlich Sedimentbohrungen und in-situ Messungen des elektrischen Widerstands an geologischen Aufschlüssen. Ziel war es, die Ergebnisse der geophysikalischen Untersuchungen direkt vor Ort mit der tatsächlichen Stratigraphie zu vergleichen, um sie noch besser verstehen zu können.  

In derselben Mikroregion fand bereits im Februar und März 2017 eine Grabung an einer spätglazialen Fundstelle durch das Teilprojekt B1 statt. In Zusammenarbeit mit dem Dänischen Nationalmuseum in Kopenhagen wird derzeit eine Sedimentsäule aus einem der Toteislöcher palynologisch untersucht.

Fotos und Text: S. Krüger


23.04.2018

Ausgrabung einer neolithischen Fundstelle durch das Teilprojekt C1

Magnetik      Oldenburg

Das langgestreckte Feuchtgebiet des heutigen Oldenburger Grabens in Ostholstein wurde vor 5000 Jahren durch einen Fjord geprägt, der sich anschließend zu einer Lagune wandelte. In dieser durch Insel und Halbinsel geprägten Landschaft sind eine Vielzahl von Siedlungsplätzen aus dem Mesolithikum und dem Neolithikum bekannt. Um eine hochauflösende Rekonstruktion der spätmesolithischen bis neolithischen Siedlungslandschaft und damit verbundenen Transformationsprozessen durchführen zu können, wurde im März 2018 ein Fundplatz am Randbereich des Oldenburger Grabens im Rahmen des Teilprojektes „Spätmesolithische und Neolithische Transformationen in der nordmitteleuropäischen Tiefebene“ untersucht. Der durch Oberflächen Funde bekannte Platz liegt in unmittelbarer Nähe zu einem im Sommer 2016 durch das Teilprojekt ausgegrabene jungneolithischen Fundplatz aus der Transformationsphase der Trichterbecher- zur Einzelgrabkultur um 2900 v.u.Z.

Neben einer Aufsuchung im Mesolithikum kann auf Grund der geborgenen Keramik gegenwärtig auch von einer neolithischen Nutzung des im März 2018 untersuchten Platzes ausgegangen werden. Neben der Ausgrabung erfolgten zeitgleich archäobotanische Untersuchungen zur Erfassung von organischen Makroresten aus den Befunden durch das Teilprojekt F3 „Dynamik der Pflanzenökonomie in prähistorischen und archaischen Gesellschaften“, um den damaligen Nahrungserwerb und entsprechende landwirtschaftliche Praktiken zu verstehen.

Fotos und Text: Jan Piet Brozio

 


 

31.01.2018

Teilprojekt D2: Letzte Geomagnetik in 2017

Magnetik

Eine Woche vor Weihnachten war das Teilprojekt  D2 auf der letzten Feldkampagne des Jahres. Ziel war die geophysikalische Untersuchung der spätneolithischen Siedlung (ca. 2900 v. Chr.) “Ebsdorfergrund-Wittelsberg 7”.  Die Siedlung liegt in einer Senke der deutschen Mittelgebirgszone. Zusammen mit drei Studierenden verlief die Geomagnetik erfolgreich. Mit dem Team erreichte auch der Winter Mitteldeutschland und brachte durch Schneefall und Ponys eine weihnachtliche Stimmung auf die Kampagne.

Der südöstliche Teil der Siedlung wurde bereits 1988 und 1990 ergraben. Einige Hausgrundrisse, Gruben und ein Grabensystem der Siedlung sind wichtige Hinweise für das Siedlungswesen der Wartbergkultur. Obwohl bereits in den 90ern eine geomagnetische Untersuchung statt fand, verblieben unter anderem Unklarheiten über Siedlungsausdehnung und den Verlauf des Grabensystems. Die Feldarbeiten des Teilprojktes D2 konnten darüber Klarheit schaffen und zusätzlich weitere Grubenhäuser entdecken.

Foto und Text: C. Drummer


18.12.2017

Geomagnetische Prospektionen: Teilprojekt C1 untersucht jungneolithische Siedlungsplätze in Schleswig-Holstein

gender-workshop      Geomagnetische Prospektionen

Im Rahmen der Forschungen von Teilprojekt C1 „Spätmesolithische und Neolithische Transformationen in der nordmitteleuropäischen Tiefebene“ wurden vom 12-13.12.2017 potentielle Siedlungen des Jungneolithikums (2850 – 2250 v. Chr.) in Westre (Nordfriesland) und Oldenburg (Ostholstein) geomagnetisch prospektiert. Die Siedlungsplätze sind im Vorfeld durch Sammleraktivitäten erkannt worden.

Der Übergang vom Mittel- zum Jungneolithikum, der im europaweiten Kontext mit der sogenannten Schnurkeramischen Kultur assoziiert und kontrovers diskutiert wird, ist einer der Forschungsschwerpunkte von Teilprojekt C1. Die Transition geht mit signifikanten Veränderungen in der materiellen sowie der immateriellen Kultur einher. Das Jungneolithikum ist in der Norddeutschen Tiefebene insbesondere durch zahlreiche Grabhügel repräsentiert. Diese noch heute in der Landschaft sichtbaren Monumente zeugen von tiefgreifenden Transformationen im Bestattungsritus: Einzelgräber in den Hügeln spiegeln die individuelle soziale Rolle der Verstorbenen wider. Damit steht diese Begräbnisform im starken Kontrast zu den Kollektivbestattungen in Megalithgräbern vorangegangener Epochen. Im Gegensatz zu den zahlreichen bekannten Bestattungen sind Siedlungsplätze des Jungneolithikums in der Norddeutschen Tiefebene eine absolute Rarität. Um die Transformationsprozesse im frühen dritten Jahrtausend v. Chr. zu verstehen, ist es erforderlich, auch Siedlungshinterlassenschaften aus dieser Umbruchsphase zu untersuchen. Für diese umfassenden Untersuchungen sollen die durchgeführten geomagnetischen Prospektionen vielversprechende Siedlungsplätze lokalisieren.

Text: S. Schultrich

Bilder: B. Breske, S. Schultrich


06.11.2017

Teilprojekt G2: Geophysikalische Prospektionen im Sommer 2017

 in-situ Widerstandsmessungen in Stolniceni       Bodenradarmessungen in Vráble

Von Mitte August bis Anfang Oktober führt das Teilprojekt G2 “Geophysikalische Prospektion, Klassifikation und Validierung von Siedlungsresten in sich ändernden Umgebungen” Messungen auf den archäologischen Fundstellen Vráble (Slowakei) in Kooperation mit Teilprojekt C2 und Stolniceni (Republik Moldau) sowie Maidanetske (Ukraine)  in Kooperation mit Teilprojekt D1 durch. Es wurde ein Multimethoden-Ansatz, bestehend aus den Methoden elektrische Widerstandstompgraphie (ERT), Bodenradar (GPR), elektromagnetische Induktionsmessungen (EMI) und Magnetik, verwendet um die Befunde der verschiedenen Fundstellen zu untersuchen. ERT, GPR und EMI wurden nicht nur auf der Erdoberfläche sondern auch in den offenen archäologischen Ausgrabungen angewandt. Darüber hinaus wurden in-situ Messungen des elektrischen Widerstands und der magnetischen Suszeptibilität auf der Erdoberfläche, in offnenen archäologischen Ausgrabungen und Pürckhauer-Bohrlöchern in Kooperation mit Teilprojekt F2 durchgeführt. Der Fokus der Kampagne lag auf der Erstellung von hochauflösenden multimethoden Datensätzen von archäologischen Schlüsselbefunden.

Bilder: In-situ Widerstandsmessungen in Stolniceni / Bodenradarmessungen in Vráble
Foto und Text: Natalie Pickartz


06.10.2017

Bohrungskampagne: Spätglazialen Fundplätze der Hamburger und Ahrensburger Kultur im Kreis Segeberg

 Grabungssituation Brodersby

Unweit der Ortschaft Nahe (Kreis Segeberg) fanden am Dienstag und Mittwoch (17.-18.10.) Bohrungen im Rahmen des Teilprojektes B1 statt. Der Bohrstandort liegt inmitten einer reichen archäologischen Fundlandschaft in unmittelbarer Nähe zu spätglazialen Fundplätzen der sogenannten Hamburger und Ahrensburger Kulturen. Die Träger der Hamburger Kultur waren Pioniere, die als erste Menschen Norddeutschland nach dem Rückzug der großen Inlandgletscher des letzten Kältemaximums besiedelten. Die Rentierjäger der Ahrensburger Kultur markieren am Übergang zum Holozän das Ende des Paläolithikums in Norddeutschland. Unter Mithilfe von Walter Dörfler (F2) und Jan Weber (E1) wurden an beiden Tagen insgesamt 34 m Sediment aus einem ehemaligen Schmelzwassersee gewonnen. Der Aufschluss der erbohrten Sedimentkerne ergab, dass in den untersten Kernabschnitten laminierte Ablagerungen des Spätglazials erhalten sind. Aus Voruntersuchungen von Hartmut Usinger Anfang der 2000er Jahre ist darüber hinaus bekannt, dass es sich in den tieferen Seeabschnitten generell um überwiegend ungestörte Sedimentationsbedingungen zur Zeit des späten Pleistozäns handelte. Dieser Umstand erlaubt diverse, auf Übergangsphasen fokussierte Analysen in hoher Auflösung. In den kommenden Wochen und Monaten werden die Sedimente mit palynologischen, geologischen und geochemischen Verfahren in den Teilprojekten B1, E1 und F2 untersucht.  Die zahlreichen Analysen werden dazu beitragen, die Mensch-Umwelt-Interaktion während des Spätglazials von verschiedenen Standpunkten aus zu beleuchten und helfen, archäologische Fragestellungen mit naturwissenschaftlichen Methoden zu beantworten.

Foto und Text: S. Krüger


06.10.2017

Neolithikum im Feuchtboden: Grabungen von Teilprojekt C1 in Brodersby-Schönhagen

Luftbild Brodersby      Grabungssituation Brodersby

An der Ostseeküste zwischen Kappeln und Eckernförde in Schleswig-Holstein finden gegenwärtig - im Anschluss an die Untersuchungen des jungsteinzeitlichen Siedlungsplatzes in Duvensee - weitere Ausgrabungen durch das Teilprojekt C1 statt. Die Fundstelle Brodersby-Schönhagen ist an drei Seiten von Feuchtgebieten umgeben und war im Neolithikum eine Insel oder Halbinsel in unmittelbarer Nähe zum ehemaligen Küstenverlauf der Ostsee. Der Siedlungsplatz wird von einer Kulturschicht bedeckt, die sich durch eine hohe Anzahl von Funden und Aktivitätsarealen, wie Werkplätzen für die Flintproduktion, auszeichnet. In den feuchten Randbereichen der ehemaligen Geländeerhöhung haben sich zudem Knochen und daraus hergestellte Werkzeuge erhalten. Das Fundmaterial umfasst gegenwärtig mehr als 2000 Artefakte. Verzierte Keramikscherben und Beile verweisen auf eine Einordnung des Siedlungsplatzes Brodersby-Schönhagen in den Zeitraum des Überganges vom Mittel- zum Jungneolithikum bzw. von der Trichterbecher- zur Einzelgrabkultur im dritten Jahrtausend v. Chr. Der Prozess gehört zu den die gesellschaftlichen Organisationen am stärksten verändernden Transformationen im norddeutschen und südskandinavischen Neolithikum und steht im Fokus von Projekt C1.

Fotos und Text: J. P. Brozio


25.09.2017

Ausgrabungen einer “Mega-Site”: Stolniceni 2017

Ausgrabung Moldawien      Zwei Studenten und eine Tasse Kaffee

Dieses Jahr konzentrierten sich die Feldarbeiten von Teilprojekt D1 „Bevölkerungskonzentration in Tripolye-Cucuteni Großsiedlungen“ auf einen Fundplatz im nördlichen Moldawien. In Kooperation mit Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern der Şcoala Antropologică Superioară in Chişinău, Moldawien, und Kollegen der Römisch-Germanischen Kommission wurde Bereiche der chalkolitischen Großsiedlung Stolniceni untersucht. Ähnlich wie Maidanetske, eine „Mega-Site“ in der Ukraine, datiert sie in den Anfang des 4. Jahrtausends vor unserer Zeitrechnung. Das internationale Team aus moldawischen, rumänischen und ukrainischen Mitgleidern legte Grabungsschnitte von 500m2 Fläche frei, die vorher durch die Anwendung verschiedener geophysikalischer Methoden von Teilprojekt G1 prospektiert wurden. Archäologische Befunde von zentralem Interesse waren ein Brennofen zur Keramikherstellung, Graben- und Häuserstrukturen sowie verschiedene Abfallgruben. Zudem erbrachte die vollständige Ausgrabung eines Hauses und zusätzliche Testschnitte neue Ergebnisse zum Verständnis von Produktionsaktivitäten innerhalb und außerhalb häuslicher Strukturen. Die Anwendung einer spezifischen Datierungsstrategie der Befunde wird die zeitliche Dimension der Siedlungsprozesse und Entwicklungen von Bevölkerungsdichten konkretisieren. Die Interpretation eines interessanten Befundes einer freigelegten Anomalie, die sich im Randbereich des geophysikalischen Prospektionsareals befand, steht momentan noch aus.

Die Feldarbeiten umfassten Forschungsaktivitäten der Archäologie, Geoarchäologie, Geochemie sowie verschiedener Spezialgebiete der Archäobotanik und Geophysik, begleitet von Jonas Fischer, Kommunikationsdesgin-Student an der Muthesius Kunsthochschule Kiel. Seine Impressionen hielt er mit Zeichnungen und Erzählungen im Archäologie-Blog des SFB 1266 Archaeo Lounge fest. Exkursionen zum Museum in Iasi und den Ausgrabungen von Kollegen der Universität Erlangen in Scanteia, Rumänien, vervollständigten die Kampagne, die auch dieses Jahr durch das gemeinsame Leben und Arbeiten mit den Einwohnern und den kulturellen Traditionen Moldawiens bereichert wurde.

Bilder: Marta dal Corso


13.09.2017

Funde im Torf: Ausgrabungen von Teilprojekt C1 im Duvenseer Moor

Luftbild Duvensee      Duvensee

Obgleich das Duvenseer Moor in Norddeutschland vor allem durch seine mesolithischen Fundplätze international bekannt ist, liegt auf einer ehemaligen Insel innerhalb des Feuchtgebietes einer der wenigen jungsteinzeitliche Siedlungsplätze der Einzelgrabkultur der Norddeutschen Tiefebene. Der bereits 1994 kleinräumig erfasste Siedlungsplatz Wohnplatz 15 wird gegenwärtig im Rahmen des Teilprojektes C1 untersucht. Zielsetzung der Ausgrabungen ist die Erfassung des Aufbaus und die räumliche Ausdehnung des Siedlungsplatzes. Bisher wurden über 1000 Funde dokumentiert. Beobachtete räumliche Konzentrationen von Artefakten in der Siedlungsfläche haben das Potenzial Werkplätze zu rekonstruieren, die auf Grund der Zusammensetzung unterschiedliche Abschnitte der chaîn opératoire von Flintgeräten nahelegen. Darüber hinaus verweisen eine Schleifplatte sowie Produktionsabfälle neben einer ad hoc Produktion auf die Herstellung größerer Geräte innerhalb der Siedlung, wie beispielsweise Beile. Trotz der hohen Fundanzahl ist dem Siedlungsplatz auf Grund fehlender Baustrukturen eine saisonale Nutzung zu unterstellen. Der Fundplatz gehört damit zu einer Kategorie von Siedlungsplätzen, die vor 4500 Jahren gezielt in Feuchtgebieten in der Norddeutschen Tiefebene aufgesucht wurden.

Bilder: Katharina Fuchs & Jan Piet Brozio


13.09.2017

Teilprojekt E3 ergründet hellenistische Landschaften in Griechenland

Ascepieion of Kos      Sanctuary of Athena Lidia

Asja Müller, Mitarbeiterin im Teilprojekt E3, bereist derzeit für drei Wochen die griechischen Inseln, um Befundstudien zur landschaftlichen Einbettung hellenistischer Architekturen vorzunehmen. Das Projekt soll ergründen, wie im Hellenismus eine neue Architektur-Landschafts-Interaktion entstand. Im Zuge dieser Interaktion wurden gezielt spannungsvolle landschaftliche Situationen ausgewählt und umgestaltet, um in der Wahrnehmung des antiken Besuchers eine entsprechende Reaktion hervorzurufen. Dabei wurde gleichermaßen Architektur an Landschaft angepasst, wie auch Landschaft an Architektur. Der Funktionstypus des Heiligtums steht dabei im Fokus, da er sich als ausgesprochen vielversprechend für die vorliegende Forschungsfrage erwiesen hat.

Im Kontext dieser Forschungsarbeit besuchte Asja Müller verschiedene archäologischen Stätten auf den Inseln Thasos, Samothrake, Kos, Rhodos, Kreta, Thera und Paros. Zurzeit ist sie auf Tenos, um das dortige Poseidonheiligtum in Augenschein zu nehmen. Kurz vor ihrer Rückkehr nach Kiel wird sie sich den Heiligtümern von Delos bei Mykonos widmen.

Bilder: Asja Müller


11.09.2017

Siedlungen der Linienbandlkeramik: Ausgrabungen von Teilprojekt C2 in der Slowakei
Feldarbeiten in der Slowakai        Schnitt 21 kurz vor der vollständigen Freilegung.

Die diesjährige Grabungskampagne des Teilprojekts C2 „Dynamik von Siedlungskonzentration und Landnutzung in frühen sesshaften Gemeinschaften des Nordwestlichen Karpartenbeckens“ mit TeilnehmerInnen aus Deutschland, der Slowakei und den USA konzentriert sich auf zwei Durchlässe durch die Umwehrung der südwestlichen Siedlung und die nächstliegenden Häuser. Unter architektursoziologischen Gesichtspunkten ist die Positionierung der Durchlässe hochinteressant, da sie ausdrücklich von den beiden anderen Siedlungen von Vráble abgewandt scheinen.

Die bisherigen Ergebnisse deuten auf eine wesentlich komplexere Anlage der Durchlässe hin, als bislang auf der Grundlage der magnetischen Untersuchungen vermutet worden war. Zudem fanden sich in dem offenbar mehrphasigen Graben überraschend viele menschliche Knochen sowie mindestens zwei formale Bestattungen mit Keramikbeigabe, mehr deuten sich bereits in dem Baggerplanum in der Form von Knochen an.

Die ersten Grabungswochen wurden von intensiven Prospektionen des Teilprojekts G2 (Geophysik) in den abgeschobenen Flächen begleitet, weiter sind die Teilprojekte F2 (Bodenkunde) sowie F3 (Botanik) durch vertiefende naturwissenschaftliche Untersuchungen beteiligt.

Bilder: Übersicht über die Schnitte 21 und 22.


07.09.2017

„Kakucs“: Archäologische Expedition in Ungarn 2017         

Feldarbeiten in Ungarn    Feldarbeiten in Ungarn

In diesem Jahr konzentrierte sich die archäologische Expedition in Kakucs auf die Untersuchung von Aktivitätsmustern der Siedlung, die nicht im direkten Zusammenhang mit Haushaltshaltung stehen. Nachdem im Jahr 2016 die Freilegung der Hausbereiche durchgeführt wurden, ist es Ziel der diesjährigen Kampagne eine kohärente Sicht auf die Siedlungspraktiken der Mittelbronzezeit (2000-1450 v. Chr.) im ungarischen Teil des Karpatenbeckens zu entwickeln.

Den Untersuchungen ging eine Auswahl von Aktivitätsbereichen auf der Basis geomagnetischer Bilder voraus, gefolgt von der Gewinnung von Bohrprofilen potentiell archäologischer Anomalien. Auf Basis dieser Informationen wurden vier Gräben ausgewählt, die die vielversprechendsten Ergebnisse brachten. Neben der Erforschung chronologischer Fragen soll untersucht werden, welche Strukturen auf menschliche Aktivitäten zurückzuführen sind, die außerhalb der Häuser stattfanden. Hierbei wird besonderes Augenmerk auf die materielle Kultur und ihren Bezug zur Pflanzenverarbeitung im 2. Jahrtausend v.u.Z. gelegt. Die Analyse botanischer Makroreste ist Teil der Dissertation von Sonja Filatova, Doktorandin im Teilprojekt F3 „Dynamik der Pflanzenökonomie in prähistorischen und archaischen Gesellschaften“.

Die Grabungen werden seit 2015 in Kooperation mit dem Institut für Ur- und Frühgeschichte und der Graduiertenschule „Human Development in Landscapes“ der CAU Kiel sowie der Ungarischen Akademie der Wissenschaften und der Adam-Mickiewicz-Universität Posen durchgeführt. Die Ausgrabung eines mittelbronzezeitlichen Hauses der Vatya-Kultur (1913 – 1527 cal. BCE)  wurde Anfang September 2016 erfolgreich abgeschlossen.

Bilder: R. Staniuk, Graduate School “Human Development in Landscapes”


06.09.2017

Aktuelle Grabungen in Mang de Bargen     

Feldarbeiten in Mang de Bargen

Die aktuelle Grabung von Teilprojekt D3 „Die Bronzezeit in Nordmitteleuropa: Skalen der Transformation“ liegt zwischen den Hügeln („Mang de Bargen“) in Schleswig-Holstein, Kreis Segeberg: Nomen es Omen. Zusammen mit den Geophysikern von Teilprojekt G2 suchen wir nach bronzezeitlichen Grabhügeln und Siedlungen in der Umgebung. Mithilfe des Baggers haben wir eine Fläche fast in der Größe eines halben Fußballfeldes geöffnet. Einen Hügel konnten wir lokalisieren und sind schon gespannt was uns in seiner Mitte erwartet. Der zweite Hügel erwies sich als Fehlschlag, aber erbrachte andere interessante Befunde. Es bleibt spannend. Neben Gruben und Steinsetzungen und Steinpflastern fanden wir die Spuren alter Bäume, die einstmals den Grabhügel umrundeten. Funde sind bislang rar und so freuen sich die Studierenden, wenn sie eine der seltenen Scherben finden. Nun gilt es die großen Flächen zu dokumentieren und die Gruben weiter zu untersuchen.

Bild: Jutta Kneisel


10.07.2017

Feldarbeiten des Teilprojektes D1 an Tripolye-Siedlungen des Bug-Dniester Zwischenstromgebietes     

Feldarbeiten in der Ukraine

In Zusammenarbeit mit der Ukrainischen Akademie der Wissenschaften führt das Teilprojekt D1 im Juni 2017 archäologische Ausgrabungen in Tripolye-Siedlungen des Southern Bug-Dniester Zwischenstromgebietes und am Südlichen Bug durch. An den Feldarbeiten sind Kollegen der Borys Grinchenko University Kyiv und Studenten der Pädagogischen Hochschule Winnizia beteiligt. Zur Gewinnung von Probenmaterial für typo-chronologische Untersuchungen und naturwissenschaftliche Datierungen und andere Analysen werden einerseits Fundplätze aus unterschiedlichen Perioden sondiert, die im Frühjahr dieses Jahres geomagnetisch prospektiert worden sind. Andererseits werden am Fundplatz Trostianchyk ausgewählte Objekte ausgegraben. Untersucht werden u. a. vorläufig als Töpferöfen interpretierte geomagnetische Anomalien, die zur Klärung des Verlaufs und der Bedeutung technologischer Innovationen bei der Keramikproduktion beitragen könnten.

Bild: Robert Hofmann


04.06.2017

Feldarbeit von Teilprojekt B1 bei strahlendem Sonnenschein in Dätgen     

Tobias Burau & Sascha Krüger beim Abteufen des Pürckhauer-Bohrers

Am Freitag, den 02. Juni 2017, führte Projekt B1 in Dätgen (Kreis Rendsburg-Eckernförde) eine Voruntersuchung nahe dem Großen Moor durch. Unweit eines spätglazialen Fundplatzes wollte das Team, bestehend aus Tobias Burau (Hiwi), Sascha Krüger (PhD) und Sonja Grimm (PostDoc), dabei Torfe oder Mudden für eine mögliche paläoökologische Hauptuntersuchungen ausfindig machen. Mit einer solchen Untersuchung soll die Entwicklung der Umweltverhältnisse vor Ort rekonstruiert und die Anwesenheit des Menschen in Korrelation dazu eruiert werden. Unterstützt wurden unsere Arbeiten durch den Sammler René Ender und die Familien Wulf, Schumacher und Hülsen aus Dätgen, die das Betreten ihrer Wiesenflächen erlaubten.

Leider ergaben die meisten mit dem Pürckhauer erbohrten Profile unmittelbar unterhalb des Oberbodens einen glazialen Mergelhorizont. In einer östlich der Fundstelle gelegenen Senke fanden sich geringmächtige Torflagen. Da diese aller Wahrscheinlichkeit nach holozän datieren, sind sie somit für die Fragestellungen unseres Projekts leider nicht relevant. In einer kesselartigen Senke westlich der Fundstelle fanden sich zudem Sande, die aber aufgrund der Lage im Gelände wahrscheinlich als Kolluvien anzusprechen sind. So brachte dieser Tag im Feld zwar nicht die erhofften Paläoarchive, doch war dieser negative Erkenntnisgewinn mit interessierten Grundbesitzern und bei sonnig-warmem Sommerwetter draußen auch ein angenehmer Außeneinsatz.

Bild: Tobias Burau (links) und Sascha Krüger (rechts) beim Abteufen des Pürckhauer-Bohrers (Foto: Sonja Grimm).


02.05.2017

Extraktion von Sedimentkernen: Bohrungen in Griechenland     

Feldarbeiten in Griechenland

Am 24. März brachen die wissenschaftlichen Mitarbeiter des Teilprojekts E1 mit einem vollbepackten Minilaster des Instituts für Ökosystemforschung auf gen Griechenland zu einer insgesamt 3-wöchigen Geländekampagne. Nach 3 Tagen Fahrt über die Alpen bis nach Venedig und von dort mit der Fähre nach Patras, und nach 1600 zurückgelegten Kilometern kam das Team im Untersuchungsgebiet in der Region Stymphalia (Präfektur Korinthia) an. Dort trafen sie auf die Kooperationspartner Pavlos Avramidis und Eleni Zagana vom Geologischen Institut der Universität Patras. Gemeinsam wurden in den Tälern Pheneos, Stymphalia und Kaisari insgesamt 28 Bohrmeter an Sedimentkernen gewonnen sowie an den Talhängen zahlreiche Bodenprofile untersucht. Die Sedimentanalysen sollen unter anderem darüber Aufschluss geben, ob und inwieweit Klimaveränderungen in der Region Einfluss auf den kulturellen Übergang von der Bronze- in die Eisenzeit (ca. 1200-800 v.Chr.) hatten, und welchen Einfluss umgekehrt die Menschen dieser Zeit auf ihre Umwelt genommen haben.

Bild: Ingmar Unkel


25.04.2017

Im Rahmen des D3-Projektes im SFB 1266 zu bronzezeitlichen Transformationsprozessen zeigen aktuelle Feldforschungen bei Bornhöved neue Erkenntnisse

Kochsteingrubegeomagnetische Prospektion Kochsteingruben


Anhand der geomagnetischen Prospektion konnten in einem Teilstück des Areals Konzentrationen von Anomalien festgestellt werden. Eine gezielte Sondagegrabung in diesem Bereich ergab, dass es sich um fundarme Kochsteingruben handelt. Anhand der geomagnetischen Prospektion scheinen die Kochsteingruben in Kreisen angeordnet zu sein. Die Anordnung von Kochsteingruben in Kreisen ist vor allem aus Dänemark bekannt. Außergewöhnlich hingegen ist, dass die Kochsteingruben bei Bornhöved in einer Niederung liegen und Teile der Kulturschicht erhalte sind, die zudem Keramik enthielt. Neben Kochsteingruben konnten auch Steinschüttungen und Steinpflaster festgestellt werden.

In den Sommermonaten werden die Feldforschungen bei Bornhöved fortgesetzt.


24.04.2017

Survey in ukrainischen Siedlungen des Cucuteni-Tripolye-Komplexes im März und April 2017

Survey in der Ukraine

Mitarbeiter des Teilprojektes D1 (“Population Agglomeration in Tripolye-Cucuteni Mega-sites”) und der ukrainischen Akademie der Wissenschaften führten vom 5. März bis 7. April 2017 einen Survey in zwei unterschiedlichen Test-Regionen in der Ukraine durch, bei denen insgesamt 8 Siedlungen des Tripolye-Komplexes aus der Zeit zwischen etwa 4200 und 3500 BCE großflächig geomagnetisch untersucht und Material für typochronologische Analysen und naturwissenschaftliche Datierungen gesammelt wurden. In der Umgebung von Talne und Nowoarchangelsk im Südlicher Bug–Dnieper-Zwischenstromgebiet wurden gezielt Siedlungen aus Phasen untersucht, aus denen bei früheren Grabungen zwar bereits umfangreiche Fundassemblagen geborgen wurden, allerdings bisher kaum Informationen zur Konfiguration des Siedlungslayouts vorlagen. Eine ähnliche Strategie wurde  auch in den Regionen bei Krishopil und Winnizia im Zwischenstromgebiet des südlichen Bugs und Dniesters verfolgt, in denen allerdings insgesamt ein schlechterer Forschungsstand zu verzeichnen ist. Der Survey liefert für beide Regionen essenziell wichtige Daten für ein besseres Verständnis 1. von regionalen Mustern und ihren kulturellen Bezügen des räumlichen Layouts von Siedlungen, 2. zur absoluten Chronologie, 3. zu Transformationen der sozialen Organisation, und 4. der Bevölkerungsdynamik.


23.04.2017

Eine Prospektionskampagne in der Südwestslowakei im Februar und März 2017

Prospektionskampagne in der Südwestslowakei

Im Rahmen des SFB fand vom 26. Februar bis 16. März in enger Zusammenarbeit mit dem Teilprojekt G2 (Geophysik) eine Prospektionskampagne in der Südwestslowakei statt. Insgesamt wurden im Tal der Žitava 24 potentiell bandkeramische Fundstellen besucht und teilweise intensiv begangen (PDF: Besuchte Fundorte). Zentrales Ergebnis ist die Erkenntnis, dass nach dem derzeitigen Forschungsstand die drei Siedlungen von Vráble im Umkreis von 5 km keine gleichzeitigen Nachbarsiedlungen hatten. Andererseits zeigten die Begehungen entlang der Žitava-Flussterrasse, dass in Teilen mit einem dicht gestaffelten Netz an Siedlungen zu rechnen ist. Die geophysikalischen Prospektionen (Foto: Geophysische Prospektion in Aktion) ermöglichten darüber hinaus die Identifizierung von Dutzenden von Häusern, was zu einem Überdenken der bisherigen Bevölkerungsschätzungen zwingt.

Im Sommer werden die Ausgrabungen in Vráble fortgesetzt, die Frühjahrsprospektion hat jedoch deutlich vor Augen geführt wird, wie wichtig auch die weitere Erforschung des Umlandes ist, wo mit einem moderaten Arbeitsaufwand erhebliche Erkenntnisgewinne erzielt werden können.


10.12.2016

Oberflächensurveys im Kreis Segeberg

Geomagnetische Prospektionen auf dem Untersuchungsgebiet
Zurzeit finden geomagnetische Prospektionen und Oberflächenbegehungen eines bronzezeitlichen Grabhügelfeldes bei Bornhöved statt.


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08.12.2016

Geländearbeiten im Duvenseer Moor

Geländearbeiten im Duvenseer Moor
Mit Bohrungen und umfangreichen Georadarmessungen wurde mit den Feldarbeiten zur weiteren Erforschung des Mesolithikums im Duvenseer Moor begonnen.

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28.11.2016

Feldforschungen in der kupferzeitlichen Megasite Maidanetske, Ukraine

Feldforschungen in der kupferzeitlichen Megasite Maidanetske
Im Rahmen des SFB-Teilprojektes D1, das sich mit der Entstehung kupferzeitlicher Bevölkerungsagglomerationen in unterschiedlichen Regionen des Cucuteni-Tripolye-Komplexes auseinandersetzt, fanden im August und September 2016 umfangreiche Feldforschungen in der kupferzeitlichen Großsiedlung Maidanetske in der zentralen Ukraine statt (ca. 3900–3600 BCE).

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24.11.2016

Feldforschung und Ausgrabungen im Westlichen Oldenburger Graben

Feldforschung im Westlichen Oldenburger Graben
Im Sommer 2016 leiteten Feldarbeiten die Erforschung eines neolithischen Siedlungsplatz mit Feuchtbodenerhaltung im Westlichen Oldenburger Graben ein.

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14.11.2016

Ausgrabungen und Sammlung botanischer Proben in Ungarn

Ausgrabungen und Sammlung botanischer Proben in Ungarn
Internationale Projektkollaboration des SFB bei Forschungen zu einer mittelbronzezeitlichen Siedlungsstätte aus der Vatya-Kultur.

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07.11.2016

Siedlungsarchäologie zur Bandkeramik in der Südwestslowakei

Grabungsfläche von 2016 aus ca. 60 m Höhe
Großflächige Ausgrabungen und Feldarbeiten liefern erste Ergebnisse zur frühen Sesshaftwerdung und Siedlungsdynamik im Kartpartenbecken.

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