SFB 1266 - TransformationsDimensionen

Aktuelles


19.09.2019

Der SFB 1266 bei der diesjährigen EAA in Bern

EAA Bern

Auch auf der diesjährigen EAA vom 04.-07. September in Bern war der SFB wieder präsent. Zahlreiche Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des SFB 1266 stellten in insgesamt siebzehn Sessions aktuelle Forschungsergebnisse vor.

Insbesondere verschiedene Sessions, die vom SFB ausgerichtet wurden, führten zu entscheidenden wissenschaftlichen Diskursen. Dabei ging es z.B. um die Rekonstruktion sozialer Einheiten aus archäologischen Befunden verschiedener Perioden und deren Rolle in Transformationsprozessen. Im Eingangsbereich der Universität Bern präsentierte der gemeinsame Stand des SFB 1266 und des Exzellenzclusters ROOTS die inhaltlichen Konzepte, Publikationen und Public Outreach Aktivitäten der beiden eng kooperierenden, aber inhaltlich unterschiedlichen Kieler Forschungsverbünde. Wie im vergangenen Jahr in Barcelona, war er erneut Treffpunkt für viele interessante Gespräche zwischen den Teilnehmern. Dabei wurde bereits für die EAA 2021, die vom 8. bis 11. September 2021 in Kiel ausgerichtet wird, geworben.

Foto: Der SFB 1266 Stand auf der EAA in Bern 2019. (Foto: A. Hoffmann)


18.09.2019

SFB 1266 beteiligt an einer in SCIENCE veröffentlichten Studie zu frühester Globalisierung

Ausgrabungen in Moldawien

Eine aktuelle, in der Zeitschrift SCIENCE veröffentlichte Studie von 255 internationalen Archäologinnen und Archäologen, darunter Forscher des Sonderforschungsbereiches 1266, verändert das Bild von der menschlichen Umgestaltung der Welt grundsätzlich. Nicht erst in der Neuzeit, sondern bereits vor 4000 Jahren waren demnach praktisch alle Gebiete der Erde durch menschliche Landnutzung extrem verändert worden. Zu dieser Erkenntnis beigetragen haben auch die Forschungen des SFB 1266, die Aussagen zur Intensität von Siedlungsweise und Landnutzung ermöglichten.

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier.

Die Studie hat bereits öffentliches Interesse hervorgerufen: Johannes Müller, Sprecher des SFB 1266 und Co-Autor der Studie, gab dem Magazin Spiegel dazu ein Interview (Spiegel Plus).

Stephens, L. et al. 2019. Archaeological assessment reveals Earth's early transformation through land use. Science 365, 897–902.

Foto: Ausgrabungen von kupferzeitlichen vorstädtischen Siedlungen aus der Zeit um 3800 v.Chr. und von bronzezeitlichen Aschehügeln um 1300 v. Chr. des Teilprojektes D1 in Moldawien (Stolniceni) haben entscheidend zur Rekonstruktion der Landnutzung und Siedlungsweise in den Wald- und Grassteppen Eurasiens beigetragen. (Foto: J. Müller)


01.07.2019

SFB 1266 Archäobotanikerinnen präsentieren ihre herausragenden Ergebnisse auf der 18. internationalen Konferenz der IWGP 2019 in Lecce

IWGP 2019

Vom 03. bis 08. Juni fand die 18. Konferenz der internationalen Arbeitsgruppe für Paläoethnobotanik (IWGP) in Lecce, Italien, statt. Auf der alle drei Jahre stattfindenden Konferenz kommen ArchäobotanikerInnen und SpezialistInnen angrenzender Fächer zusammen, um die neusten Forschungsergebnisse sowie grundlegende und neue Fragestellungen zu diskutieren und darüber hinaus die internationalen Netzwerke zu stärken. Der SFB 1266 war durch eine starke Gruppe von Archäobotanikerinnen aus den Teilprojekten F3 und D1 vertreten. Gemeinsam mit PI Wiebke Kirleis berichteten Sofia Filatova, Dragana Filipovic (beide F3) im Verbund mit KollegInnen aus Ungarn und quer durch Europa über Innovationen im Anbauspektrum bronzezeitlicher Kulturpflanzen, die mit veränderten überregionalen Netzwerken in Zusammenhang stehen und somit Ausdruck von Transformationsprozessen sein können. Marta Dal Corso und Wiebke Kirleis (D1) konnten ihre Forschungen zur Bedeutung der Ukraine für die Ausbreitungsgeschichte der Rispenhirse von China nach Mitteleuropa gemeinsam mit Fachkolleginnen aus der Ukraine und Litauen vor dem internationalen Fachpublikum herausragend positionieren. Neben den zahlreichen Vorträgen und Postern hatten die WissenschaftlerInnen die Möglichkeit sich im Rahmen von Workshops zur Methodenentwicklung, bspw. Morphometrie und Materialstudien mit aktuellen Entwicklungen in der archäobotanischen Forschung intensiv auseinanderzusetzen. Wiebke Kirleis (Co-SprecherinSFB1266/PI F3/F5/D1) organisierte zusammen mit Anna Maria Mercuri, Mailand, und weiteren KollegInnen den Workshop „National and International Archaeobotanical Networks“, in dem sie, neben der Präsentation der neu aufgesetzten archäobotanischen Literaturdatenbank ArchbotLit, auch Synergien mit dem ERC geförderten Plant Cult Project ausbauen konnte, dass sich mit dem Wandel kulinarischer Praktiken auseinandersetzt, einem Themenbereich, den das TP F3 im SFB 1266 weiter ausbauen möchte, da Ernährung und Nahrungszubereitung maßgeblich nicht nur Einfluss auf die Pflanzenökonomie, sondern auch auf gesellschaftlichen Wandel haben.


25.06.2019

2. Geosophy Workshop in Kiel

Geosophy Workshop 2019

Der Geosophy Workshop, organisiert vom SFB 1266, geht in die zweite Runde. Vom 26. auf den 27. Juni treffen auf dem Geosophy 2.0 Workshop Archäologen, Philosophen, Geographen und viele mehr aufeinander um tiefere Einblicke in ökosoziale Beziehungen zu gewinnen, indem sie Ideen sammeln, wie sie die Geographie vergangener Zeiten rekonstruieren können. Die so gewonnenen Erkenntnisse werden wichtige Informationen dazu liefern, ob oder wie sich solche Geografien ändern. Diese Veränderungen auszumachen ist ein wichtiger Baustein um Transformationen in Gesellschaften und ihren Beziehungen zur Umwelt zu verstehen und zu erklären.

Poster


24.06.2019

ArchbotLit – die neue Suchmaschine für Literatur zu archäologischen Resten von Kulturpflanzen

ArchbotLit-Foto

Begleitend zu den Aktivitäten im SFB 1266 Teilprojekt F3 zur Pflanzenökonomie wurde jüngst am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Kiel ein wichtiges Handwerkszeug etabliert: Mit der Literaturdatenbank ArchbotLitim wiki-Portal der CAU Kiel wird der Fachwelt, Studierenden und darüber hinaus der interessierten Öffentlichkeit ein Hilfsmittel an die Hand gegeben, um sich über die Kulturpflanzengeschichte zu informieren. Die Datenbank erschließt archäobotanische Fachliteratur zu alten Nutz- und Kulturpflanzen, die sonst über eine Vielzahl von internationalen Zeitschriften, Ausgrabungsberichten, aber auch in grauer Literatur verstreut und daher oft schwer zugänglich ist. Die neue Wiki-Plattform ArchbotLitist eine nachhaltige Fortsetzung der literaturbasierten online-Datenbank zu archäologischen Kulturpflanzenresten von Helmut Koll, Rainer Pasternak (beide Kiel) und Aleksandar Medović (Novi Sad), dieLiteratur aus den Jahren 1981-2004 erfasst hat. ArchbotLitermöglicht über den online-Zugang an der Universität Kiel den Zugriff auf die bisherigen Einträge und wird darüber hinaus aus der internationalen Fachwelt mit aktuellen Einträgen sukzessive erweitert. Damit bildet sie einen wichtigen Knotenpunkt, an dem archäobotanische Literatur aus der weltweiten Gemeinschaft gebündelt und aktuell gehalten wird. Mit der Datenbank ist es beispielsweise möglich, die frühesten Nachweise vom Dinkel aufzufinden.

Link ArchbotLit


16.05.2019

Lost and found in transformations – Retreat des SFB 1266

Retreat 2019

Am 10. und 11. Mai zogen sich die PIs und PostDocs des SFB 1266 zum ersten Retreat dieses Jahres ins Alte Stahlwerk in Neumünster zurück. Zu Beginn der Transformation-Talks wurde der durch die einzelnen Teilprojekte erzielte Forschungsfortschritt zu Transformationsprozessen vorgestellt. Daran anschließend zogen sich die Projekte der Bereiche A, B-E, F sowie G und Z zunächst in Arbeitsgruppen zurück und diskutierten ihre exzellenten Arbeitsfortschritte sowie Perspektiven für die zukünftige Arbeit. Darüber hinaus erarbeiteten sie weitergehende Konzepte zu vergleichenden Analysen der unterschiedlichen Transformationsprozesse. Zum Ausklang des ersten intensiven Tages wurden die Gespräche abends in lockerer Atmosphäre fortgesetzt und einzelne Aspekte weiter vertieft.

Die Präsentation der Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen diente am zweiten Tag übergeordneten Vergleichsanalysen der lokal, regional und global identifizierten Transformationsprozesse. Ein weiteres Ergebnis des regen Austauschs zeigte die Vorstellung der weiterentwickelten Narrative aller Teilprojekte. Vom Paläolithikum bis in klassisch griechische Perioden, über Umweltveränderungen und Infektionskrankheiten, thematisierten alle Teilprojekte auf anschauliche Art die jeweils untersuchten Transformationsprozesse. Anhand dieser ersten Ergebnisse zeichnet sich beispielsweise ab, dass Klimaveränderungen eine deutlich geringere Rolle für gesellschaftlichen Wandel zu spielen scheinen, als erwartet. Diese interpretativen Darstellungen der Transformationen prähistorischer und archaischer Gesellschaften waren besonders wertvoll, um weitergehende Perspektiven zu entwickeln, die gemeinsam geschärft wurden. Aufbauend auf diesen Ergebnissen wurden räumliche und zeitliche Verflechtungen der Teilprojekte diskutiert und konkretisiert.

Foto: Die PIs und PostDocs des SFB 1266 während der Plenumsgespräche

Foto: Die PIs und PostDocs des SFB 1266 während der Plenumsgespräche


15.05.2019

Workshop „Steinzeitliche Grenzerfahrungen“

Becher

Vom 20. bis zum 22. Mai findet im Landesmuseum „Das WeltenMuseum“ in Hannover ein Workshop zum Thema „Steinzeitliche Grenzerfahrungen - Neolithische und mesolithische Parallelgesellschaften in der nordeuropäischen Tiefebene“ statt. Ausgehend von neuen Forschungen zum bekannten Fundplatz „Hüde I“ am Dümmer wird die Dynamik der Neolithisierung der Nordeuropäischen Tiefebene thematisiert, die unter einer Koexistenz von frühen Ackerbauern und „alteingesessenen“ Jägern und Sammlern erfolgte. Unter den Vortragenden sind auch einige Mitglieder des SFB 1266, die mit ihren Forschungen essenzielle Beiträge zum besseren Verständnis dieses substanziellen Transformationsprozesses liefern und sich mit ihren nationalen und internationalen Fachkollegen austauschen. 

Außerdem wird am 21. Mai um 18.30 Uhr vom Sprecher des SFB 1266, Johannes Müller, ein öffentlicher Abendvortrag mit dem Thema „Die Neolithisierung des Nördlichen Mitteleuropas“ gehalten.

Der Eintritt zur Tagung ist frei. Eine Anmeldung ist jedoch erforderlich.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage des Landesmuseums „Das WeltenMuseum“ Hannover unter der Rubrik „Aktuelles“.

www.landesmuseum-hannover.de

Foto: Landesmuseum Hannover


29.03.2019

Der wissenschaftliche Beirat zu Gast beim SFB 1266

Advisory Board

Während des Open International Workshops „Socio-Environmental Dynamics over the Last 15,000 Years: The Creation of Landscapes VI” waren die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats zu Gast beim SFB 1266 “Scales of Transformation”. Das aus hochrangigen internationalen und interdisziplinären Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern zusammengesetzte Gremium unterstützt den SFB 1266 bei der internen, wissenschaftlichen Qualitätssicherung durch das Einbringen einer externen Perspektive. Die Beiratsmitglieder konnten sich einen detaillierten Überblick über den Stand der Arbeiten im SFB 1266 verschaffen und erhielten tiefe Einblicke in dessen Aktivitäten. Sie lobten den wissenschaftlichen Fortschritt des SFB 1266 und unterbreiteten in einer Beratungssitzung Vorschläge für Nachjustierungen. Diese aus einer Außenperspektive stammenden Hinweise sind von großem Wert für den SFB 1266.

Foto: Die Mitglieder des wissenschaftlichen Beirats mit den Vorstandsmitgliedern des SFB 1266 nach der Beratungssitzung.


28.03.2019

Aktivitäten des SFB 1266 auf dem International Open Workshop „Socio-Environmental Dynamics Over the Last 15,000 Years: The Creation of Landscapes VI“

SFB1266 Session 19

Beim diesjährigen sechsten International Open Workshop „Socio-Environmental Dynamics Over the Last 15,000 Years: The Creation of Landscapes VI” haben die Mitglieder des SFB 1266 die Chance genutzt, um sich mit FachkollegInnen verschiedenster Disziplinen aus aller Welt über ihre bisherigen Ergebnisse zu komplexen Transformationsszenarien und –phänomenen auszutauschen. Im Hauptprogramm des Workshops wurden in 27 Vorträgen von SFB Mitgliedern Forschungen der einzelnen Teilprojekte präsentiert. Sie betrachteten die facettenreiche Aspekte von Transformationen prähistorischer und archaischer Gesellschaften und zeigten das komplexe Zusammenwirken von kulturellen, sozialen und ökologischen Prozessen, die vergangene Transformationen ausmachen und begleiten. Außerdem wurden 14 Sessions von SFB-Mitgliedern organisiert, von denen 11 explizit oder implizit Transformationen ins Zentrum des Austauschs brachten.

Das Herzstück des Workshops für die Mitglieder des SFB war die stark besuchte Session 19 „Scales of Transformations in Prehistoric and Archaic Societies“, die direkt den Forschungen der Teilprojekte des SFB gewidmet war. Hier wurden von den Teilprojekten – neben den übrigen Konferenzbeiträgen – weitere 15 Vorträge und 18 Poster zu ihren jeweiligen Forschungen präsentiert. Die Beiträge reichten dabei methodisch z.B. über aDNA-Analysen und pedologischen Untersuchungen hin zu Siedlungsrekonstruktionen und Landschaftsrezeptionen sowie chronologisch vom nordeuropäischen Spätpaläolithikum bis zum mediterranen Hellenismus. 

So stellte beispielsweise Daniel Groß Forschungsergebnisse des Teilprojektes B2 vor, die belegen, dass es während des frühen Mesolithikums in Norddeutschland (ca. 9600-7200 v.u.Z.) zu einem Wandel der Nahrungsbeschaffungsstrategien weg von aquatischer und hin zu terrestrischer Beute kam. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass dieser ökonomisch-technologische Wandel von Veränderungen der Strategien der Kommunikationsnetzwerke begleitet wurde, so dass hier ein weitreichender Transformationsprozess identifiziert werden konnte. 

Session 19 audience

Ein weiteres Beispiel sind die von Robert Hofmann vorgestellten Ergebnisse des Teilprojektes D1: Anhand der Entwicklung von zwei strukturell unterschiedlichen Großbautentypen konnte gezeigt werden, dass in den chalkolithischen Tripolye Megasites der nordpontischen Waldsteppe zwischen ca. 4000 und 3700 v.u.Z.  eine sozio-politische Transformation stattfand, die zu einer stärkeren Zentralisierung von Entscheidungsprozessen führte. Nur kurze Zeit später (um 3600 v.u.Z.) kam es dann zu einer Desintegration der Tripolye Gemeinschaften, was wahrscheinlich an mangelnder Akzeptanz dieser fortschreitenden Zentralisierung lag.

Das große Spektrum aller Vorträge deckte einerseits die gesamte Bandbreite der Forschungen des SFB ab, andererseits wurde deutlich, dass gerade die intensive interdisziplinäre Zusammenarbeit innerhalb des SFB sowie dessen internationale Vernetzung wissenschaftliche Synergieeffekte erzeugt, die zu einem deutlich besseren Verständnis des Gesamtphänomens von Transformationen führt.

Während des Workshops und insbesondere der Session 19 waren zudem hochrangige nationale und internationale WissenschaftlerInnen verschiedener Disziplinen anwesend, die den externen wissenschaftlichen Beirat des SFB 1266 bilden. Sie lobten den wissenschaftlichen Fortschritt und die interdisziplinäre Kooperation des SFB und lieferten aus ihrer Außenperspektive zugleich kritische und zielführende Hinweise, um Nachjustierungen an der bereits hohen wissenschaftlichen Qualität des SFB 1266 vornehmen zu können.

Links:
Meldung der CAU Kiel zum Workshop
Workshop-Programm mit allen Titeln und Zusammenfassungen  

Oberes Foto: Session 19 während intensivem wissenschaftlichen Austausch. Nils Müller-Scheeßel (stehend, links, Subprojekt C2) in der Diskussion seiner Datierungsmethode linearbandkeramischer Häuser. Jutta Kneisel (stehend, rechts, Subprojekt D3) moderiert die Diskussion.

Unteres Foto: Besucher der Session 19

 


26.03.2019

Experimenteller Pflanzenanbau von SFB 1266 Mitgliedern wird in neuer Dokumentation in Szene gesetzt

ARTE Dokumentation

In der Dokumentation "Gewalt und Kannibalismus - Tatorte in der Jungsteinzeit" der Caligari Film- und Fernsehproduktions GmbH München wird der harte Alltag unserer Vorfahren aus der Jungsteinzeit mit aufwendigen Reenactmentszenen eindrucksvoll zum Leben erweckt. Ein besonderer und herausfordernder Teil des Alltags der frühen Bauern war der Anbau von Kulturpflanzen. Der experimentelle Getreide- und Leinanbau in der AÖZA, durchgeführt von Archäobotanikern des SFB 1266 (Marta Dal Corso, Dragana Filipovic, Sofia Filatova und Wiebke Kirleis) wurde daher eindrucksvoll inszeniert, um die enge Beziehung der frühen Bauern zu ihren Kulturpflanzen zu veranschaulichen.
 


25.03.2019

Der internationale MN V-Workshop 2019 führte zu einem neuen Verständnis des Store-Valby Phänomens

Teilnehmer des MN V-Workshop 2019

Am Beginn des dritten vorchristlichen Jahrtausends sind fundamentale soziale Veränderungen in der Norddeutschen Tiefebene und in Südskandinavien zu beobachten. So entstehen in diesem Raum am Ende der Trichterbechergemeinschaften um 3000 v. Chr. neue Phänomene wie der Store-Valby Stil, die Kugelamphoren und Einzelgrabgesellschaften. Die damit verbundenen sozialen und ökonomischen Transformationen standen im Fokus des internationalen MN-V Workshops vom 27. bis 28.02.2019. Organisiert wurde dieser vom SFB Mercator Fellow Niels Nørkjær Johannsen, Universität Århus sowie durch Jan Piet Brozio und Johannes Müller aus dem Projekt C1 Spätmesolithische und Neolithische Transformationen in der nordmitteleuropäischen Tiefebene. Dafür fanden sich 15 Experten aus Deutschland und Südskandinavien sowie ein interessiertes Fachpublikum zusammen und diskutierten an zwei Tagen unterschiedliche Aspekte dieses weiträumigen Phänomens: Ein wichtiges Ergebnis des Workshops ist, dass das Store-Valby Phänomen zukünftig nicht mehr mit der letzten Phase der Trichterbechergruppe gleichzusetzten ist, sondern einen spezifischen Ausdrucksstil der soziokulturellen Transformationen am Beginn des dritten vorchristlichen Jahrtausends darstellt.

Foto: Carsten Reckweg


06.03.2019

SFB Sprecher Johannes Müller erhält Ehrenmedaille der Adam-Mickiewicz-Universität Poznań 

Mueller Czebreszuk Poznan

Die Ehrenmedaille der Adam-Miekiewic-Universität Poznań (UAM) wird für außerordentliche Verdienste in der internationalen wissenschaftlichen Zusammenarbeit verliehen. Seit 20 Jahren ist die Forschungskarriere von Professor Johannes Müller, Sprecher des Exzellenzclusters „ROOTS - Konnektivität von Gesellschaft, Umwelt und Kultur in vergangenen Welten“ und des SFB 1266 „TransformationsDimensionen“ an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU), eng mit der polnischen Universität verknüpft. Heute, 22. Februar, wurde ihm die Medaille in Poznań überreicht.

Die UAM Vizerektorin Professor Beata Mikolajczak bezeichnete die Zusammenarbeit im Bereich der Archäologie als ein Fundament der Partnerschaft zwischen CAU und UAM. Die Verdienste von Professor Johannes Müller finden durch die Verleihung der Ehrenmedaille der UAM ihre Anerkennung. In dieser 20-jährigen Zusammenarbeit der Universitäten würde die wissenschaftliche, aber auch persönliche Verbundenheit Ausdruck finden, so Professor Janusz Czebreszuk in seiner Laudatio.

Ausgezeichnet wurden mit der Ehrung die Errungenschaften archäologischer und paläoökologischer Feldforschung, die seit 1999 von polnisch-deutschen Teams der UAM und der CAU durchgeführt wird. Dabei standen die Ausgrabungen bronzezeitlicher Fundplätze in Großpolen im zentralen Interesse: die befestigte Siedlung Bruszczewo und der fundreiche Grabhügel von Łęki Małe (2200-1600 v. Chr.), die zusammen als frühbronzezeitliches Machtzentrum interpretiert werden. Über mehrere Jahre hinweg haben internationale Grabungsteams von bis zu 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern diese heute berühmten archäologischen Stätten ausgegraben. Die zahlreichen wissenschaftlichen Publikationen, die aus dieser polnisch-deutschen Zusammenarbeit hervorgingen, initiierte die Herausgabe der Reihe „Studien zur Archäologie in Ostmitteleuropa“ durch Professor Janusz Czebreszuk aus Poznań, Professor Sławomir Kadrow aus Krakow und Professor Johannes Müller.

Mehr Informationen: CAU-Pressemitteilung

Foto: Langjährige Kollegen: Professor Janusz Czebreszuk und Professor Johannes Müller schauen auf über 20 Jahre polnisch-deutsche Forschungskooperation zurück (B. Fritsch).


21.02.2019

EPHA – Europäischer Prähistorischer und Historischer Atlas 

EPHA

Epha bietet Online-Übersichtskarten, die Land-Wasser-Verteilungen für unterschiedliche prähistorische Zeitspannen darstellen. Die Karten, die aus Literatur und Forschungsdaten generiert wurden, sind vektorisiert und georeferenziert und können in GIS integriert werden. Ergänzend werden sämtliche Quellenangaben zur Verfügung gestellt. Die Karten sind frei verfügbar.

Das Projekt ist am ZBSA unter der Leitung von Sonja Grimm (B1), Daniel Groß (B2) und Karin Göbel angesiedelt.  Der Kartenbestand wird kontinuierlich erweitert; Unterstützung, speziell für das Neolithikum, ist willkommen. Bei Interesse stehen Sonja Grimm und Daniel Groß als Ansprechpartner zur Verfügung.

EPHA – European Prehistoric and Historic Atlas 


18.02.2019

GSHDL/CRC1266 International Workshop: Vortragsprogramm & Poster Award 2019 

International Workshop: Scientific programme and Poster Awards

Das detaillierte Programm für den International Open Workshop “Socio-Environmental Dynamics Over the Last 15,000 Years: The Creation of Landscapes”,  gemeinsam organisiert von der Graduiertenschule „Human Development in Landscapes“ und dem SFB 1266, ist jetzt online!

 

Auch dieses Jahr werden wieder die besten Poster des Workshops ausgezeichnet.

Mehr Informationen gibt es auf der offiziellen Website:

www.workshop-gshdl.uni-kiel.de

Call Poster Award 2019


11.02.2019

MN V-Workhop: Das Store-Valby Phänomen 

Workshop MN-V 2019

Vom 27.-28. Februar organisieren die Teilprojekte C1 und F5 in Kiel einen Workhop zum Mittelneolithikum V. 

Der Beginn des 3. Jahrtausends v. Chr. ist in Norddeutschland und Südskandinavien überregional durch einschneidende soziokulturelle Veränderungen innerhalb der neolithischen Gruppen charakterisiert. Entscheidende Veränderungen zeichnen sich insbesondere in den sozialen Organisationsformen sowie in den rituellen Bereichen des Bestattungswesens und ihrer Funktion als Repräsentationsmittel. Aber auch Veränderungen im Bereich der Wirtschaft, der materiellen Kultur und der Subsistenz der Gemeinwesen können rekonstruiert werden.

In dieser Phase tritt ein kulturelles Phänomen im westlichen Ostseegebiet auf, das nach einem dänischen Fundplatz als Store-Valby bezeichnet wird und systematisch der letzten Phase der Trichterbecherkultur zugeordnet wird. Charakteristisch für diese Gruppen ist eine materielle Kultur, die einerseits Bezug auf ältere Entwicklungen nimmt und sich gleichzeitig in anderen Bereichen deutlich davon abgrenzt.

Mit Experten aus Südskandinavien und Norddeutschland thematisiert der Workshop daher Fragen wie mögliche Auslöser für das Phänomen, die Beziehung zur Trichterbecher Nordgruppe und andere zeitgenössische kulturelle Phänomene wie die Einzelgrabkultur oder die Grübchenkeramische Kultur sowie Fragen zu Wirtschaft, Subsistenz, Bestattungspraktiken und materieller Kultur. Oganisiert wird der Workshop von SFB Mercator Fellow Niels Nørkjær Johannsen, Universität Aarhus, Jan Piet Brozio und Johannes Müller.

PROGRAMM

MN-V Workshop
27.-28. Februar 2019
Leibnizstraße 1, Raum 207


29.01.2019

Warum wurden Großsteingräber errichtet? Vortrag von Jan Piet Brozio aus dem Projekt C1 bei der Stiftung Oldenburger Wall e.V. in Oldenburg i.H. 

Vortrag Brozio

Die mehr als 600 Mitglieder zählende Stiftung Oldenburger Wall e.V. lud Jan Piet Brozio aus Teilprojekt C1 „Spätmesolithische und Neolithische Transformationen in der nordmitteleuropäischen Tiefebene“ am 24.01.2019 zu einem Vortrag nach Oldenburg i.H. ein. 
Der Vortrag „Warum wurden Großsteingräber errichtet? Die Entwicklung monumentaler Grabarchitektur in der Jungsteinzeit Norddeutschlands“ stellte dem zahlreich erschienenen Publikum, darunter der Bürgermeister der Stadt Oldenburg i.H., Martin Voigt, und der Präsident des Kreises Ostholstein, Harald Werne, neue Forschungsergebnisse des Teilprojektes vor.
Die Region Ostholstein stellt ein zentrales Untersuchungsgebiet von C1 dar und wurde in den letzten drei Jahren durch verschiedene Ausgrabungskampagnen an Fundstellen mit Feuchtbodenerhaltung archäologisch erschlossen (hier mehr zur Grabung in 2016). Die Ergebnisse geben neue Einblicke in die Transformationsphase vom 4. zum 3. vorchristlichen Jahrtausend und beschreiben das Verhältnis verschiedener neolithischerer Kulturphänomene zueinander.

Foto: Jan Piet Brozio mit dem Geschäftsführer des Oldenburger Wallmuseum, Stephan Meinhardt, und Irmtrud Schubert (Foto: Torsten Ewers, Stiftung Oldenburger Wall e.V.).

Bericht über die Jahreshauptversammlung der Stiftung Oldenburger Wall e.V.


28.01.2019

Döner in der Steinzeit! Vortrag von Wiebke Kirleis am 23.01. bei der Kieler Kinder- und Schüleruni 

Schüleruni

Heute essen wir Lebensmittel aus aller Welt. Doch ist das schon immer so? Wovon haben sich die Leute in der Steinzeit ernährt, und woher stammen eigentlich unsere Kulturpflanzen und Haustiere? SFB Co-Sprecherin und Archäobotanikerin Prof. Wiebke Kirleis berichtete im Rahmen der Kinder- und Schüleruni, wie 6000 Jahre alte Getreidekörner und Wildäpfel auf archäologischen Ausgrabungen in Schleswig-Holstein entdeckt werden und welche Verbindung diese Funde zum Nahen Osten, in den Irak und die Südosttürkei haben.

Bei der Kinder- und Schüleruni können Schülerinnen und Schüler von acht bis zwölf Jahren immer mittwochs ab 16.00 Uhr im Audimax Hörsaalluft schnuppern. In einstündigen Vorträgen bieten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der CAU dem potentiellen Uni-Nachwuchs Einblicke in den Forscheralltag unterschiedlichster Disziplinen. Der Vortrag bildete den Abschluss der Vorlesungsreihe dieses Wintersemesters, weiter geht es im  Frühling!

Zum Filmmitschnitt des Vortrags

Zur Homepage der Kinder- und Schüleruni

Fotos: Daniela Menge und Uli Kunz, Copyright: Exzellenzcluster »Ozean der Zukunft«


16.01.2019

Start der SFB-Buchreihe „STPAS“ 

Cover Schultrich

Die ersten beiden Bände der neue SFB-Buchreihe „Scales of Transformation in Prehistoric and Archaic Societies"(STPAS) sind seit kurzem auf der Homepage des niederländischen Verlagshauses Sidestone Press online. Die Buchreihe widmet sich den grundlegenden Forschungsfragen des SFB: Der Erforschung von Transformationsprozessen im Zeitraum von 15.000 vor bis zu Beginn unserer Zeitrechnung.  Alle Bücher der Reihe stehen kostenlos online zur Verfügung („open access“),  können aber auch als gedrucktes Werk bestellt werden („print on demand“). 

Cover Kleijne

Die beiden ersten Bände „Embracing Bell Beaker“ von Jos Kleijne und „Das Jungneolithikum in Schleswig-Holstein“ von Sebastian Schultrich, die in Kürze erscheinen, können bereits jetzt vorbestellt werden. 

Zur Sidestone Website

 

 

 

 


07.01.2019

„Past Landscapes“ – Neuerscheinung der Graduiertenschule „Human Development in Landscapes“

Past LandscapesNeuerscheinung eines Sammelbandes der Graduiertenschule „Human Development in Landscapes“ (GSHDL) an der Christian-Albrechts-Universität: In 18 Artikeln präsentiert „Past Landscapes. The Dynamics of Interaction between Society, Landscape, and Culture“ zentrale Ergebnisse interdisziplinärer Forschungen der GSHDL zu vergangenen Landschaften, ihren Gesellschaften und der Entwicklung sozioökonomischer Interaktion.

Die Beiträge des Sammelbandes stellen Theorien, Konzepte, Ansätze und Fallstudien zu menschlicher Entwicklung in Landschaften vor, wobei die Verwendung und Definition des Begriffes „Landschaft“ neu diskutiert wird. Zum einen zeigt sich, dass nur ein interdisziplinärer Ansatz die vielfältigen Aspekte des Themas abdecken kann. Dies bedeutet auch, dass sich die sehr unterschiedlichen Ansätze nicht auf eine vereinfachte, einheitliche Definition von „Landschaft“ reduzieren lassen, welches sich jedoch als eine wichtige Stärke erweist: Durch seine Vielseitigkeit wirkt der Begriff „Landschaft" stimulierend auf die Erforschung prähistorischer, archaischer und historischer Gesellschaften und Räume.

Die GSHDL stellt die richtungsweisende Institution für diesen interdisziplinären Forschungszweig der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel dar, aus dem auch der SFB 1266 hervorgegangen ist, und sich die Johanna-Mestorf-Akademie und das neue Exzellenzcluster „ROOTS – Konnektivität von Gesellschaft, Umwelt und Kultur in vergangenen Welten“ konstituierte. So finden sich in diesem Band verschiedene Beiträge von Mitgliedern des SFB 1266 und ROOTS.

Der Sammelband ist online über den niederländischen Verlag Sidestone Press frei zugänglich: Link

Haug, A., Käppel, L., Müller, J., 2018. Past Landscapes. The Dynamics of Interaction between Society, Landscape, and Culture. Sidestone Press, Leiden. ISBN: 9789088907319.

 

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